Reiseapotheke: Marketing für die Katz

18. September 2015
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Umfragen zufolge suchen Kunden beim Thema Reiseapotheke oft Rat in ihrer Apotheke. Viele Kollegen werben aktiv für entsprechende Leistungen. Ökonomisch wünschenswerte Effekte stellen sich kaum ein – kaufen Konsumenten die empfohlenen Präparate eher online?

Am Ende der Sommerferien befassten sich Wissenschaftler am Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) beim Themendienst APOkix mit Reiseapotheken. Sie befragten rund 260 Inhaber zur Relevanz des Themas für ihre Arbeit. Die Resultate:

Gefragt bei Kunden

Konsumenten lassen sich intensiv beraten – besonders häufig zum Thema Magen und Darm (91 Prozent aller Nennungen). Weitere Schwerpunkte waren Insektenschutz (86 Prozent), Sonnenschutz (71 Prozent) und Schmerzen respektive Fieber (68 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgten Fragen zu Desinfektionsmitteln (37 Prozent), zu Verbandsmaterialien (36 Prozent), zu Impfungen (30 Prozent) oder zu Erkrankungen von Augen und Ohren (23 Prozent). In Zusammenhang mit Fernreisen waren Präparate zur Pflege von Haut und Haaren (10 Prozent), zum besseren Einschlafen (10 Prozent) oder zur Fußgesundheit (3 Prozent) praktisch ohne Relevanz.

Marketing ohne Mehrwert

Noch ein Blick auf das Marketing: 58 Prozent der Befragten gaben an, aktiv mit Themen rund um Reisen zu werben. Von einem wichtigen Instrument zur Kundenbindung sprachen 37 Prozent. 33 Prozent der Inhaber nehmen sich vor, entsprechende Inhalte künftig stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Die Kehrseite der Medaille: 32 Prozent aller Interviewten gaben zu Protokoll, immer mehr Kunden ließen sich in der Apotheke beraten, ohne die empfohlenen Produkte zu erwerben. Rein spekulativ: Sie erwarben entsprechende Artikel vielleicht online. Bleibt noch ein Blick auf den betriebswirtschaftlichen Mehrwert. Von einer hohen Bedeutung für die eigene Ertragslage gingen lediglich 11 Prozent aller Kollegen aus – 89 Prozent hielten das Segment für wenig bedeutsam. Nur 22 Prozent sprachen von höheren Kundenzahlen, verglichen mit den Vorjahren.

Neue Kanäle statt ausgetretener Pfade

Mit den Kommunikationskanälen haben sich Marktforscher aktuell nicht befasst. Bei einer älteren Umfrage fanden sie heraus, dass zwar 70 Prozent generell mit Social Media arbeiten. Auf Facebook waren nur 13 Prozent vertreten, und weitere 14 Prozent planten eine Präsenz auf der Plattform. Postings mit saisonalen Themen rund um die Reiseapotheke, um Allergien oder Erkältungskrankheiten sind ein Weg, Kunden zu erreichen.

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