Stress am Arbeitsplatz: Kardiovaskuläres Risiko

14. Mai 2013
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Belastungssituationen im Job können sich negativ auf Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel auswirken. Über direkte und indirekte Signalwege führt Stress zu einer Entzündungsreaktion im Körper. Diese Ergebnisse erhielten Forscher nach Auswertung einer Kohortenstudie.

Die Studie basiert auf einer Langzeitbeobachtung von über 950 Personen innerhalb der bevölkerungsbasierten Kohortenstudie MONICA/KORA. Dr. Rebecca Emeny, von der Arbeitsgruppe ‚Mental Health‘ unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Heinz Ladwig am Institut für Epidemiologie II (EPI II) am Helmholtz Zentrum München (HMGU), analysierte dazu Daten aus Fragebögen zur psychischen Belastung am Arbeitsplatz sowie Konzentrationen entzündlicher Biomarker im Blut. Es zeigte sich, dass gesunde Arbeiter, die im Berufsleben Belastungen ausgesetzt waren, deutlich erhöhte Entzündungsparameter aufwiesen und ein verdoppeltes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten.

Präventive Ansatzpunkte

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, psychische Belastung und Stress am Arbeitsplatz zu erfahren. Stress gilt als kardiovaskulärer Risikofaktor. Seine Folgen werden sowohl direkt über eine Aktivierung von Botenstoffen, als auch indirekt über ein stressbedingt ungesundes Verhalten vermittelt. Insbesondere für erhöhte Konzentrationen von CRP (C-reaktives Protein), einem Entzündungsmarker, fanden die Wissenschaftler eine deutliche Assoziation mit Stress und können damit eine stressbedingte Entzündungsreaktion des Organismus nachweisen. Die berufliche Belastung führte zudem zu schädlichen psychischen Effekten wie Depressionen und Schlafstörungen, sowie ungesundem Verhalten, beispielsweise körperlicher Inaktivität. Sportliche Aktivität, wenn sie regelmäßig mindestens eine Stunde pro Woche betrieben wurde, reduzierte die Entzündungsaktivität deutlich. Die Unterschiede für das gesundheitliche Risiko zwischen Menschen mit und ohne Stressbelastung blieben aber trotzdem erhalten.

Mit ihrer Analyse leisten die Wissenschaftler am HMGU einen wesentlichen Beitrag zu einem tieferen Verständnis der stressbedingten Reaktionen im Körper. „Die Erkenntnisse aus dieser Studie liefern wichtige Ansatzpunkte, um präventive Maßnahmen zu finden, die vor stressassoziierten Erkrankungen, wie der koronaren Herzerkrankung, schützen“, sagt Emeny, Erstautorin der Studie.

Originalpublikationen:

Contributions of Job Strain and 9 Emerging Biomarkers of Coronary Events in Healthy Workers: the MONICA/KORA Augsburg Case-Cohort

Rebecca T. Emeny et al.; Psychosomatic Medicine, doi: 10.1097/PSY.0b013e3182860d63; 2013

Job strain associated CRP is mediated by leisure time physical activity: Results from the MONICA/KORA study

Rebecca T. Emeny et al.; Brain, Behaviour, and Immunity, doi: 10.1016/j.bbi.2012.07.004; 2012

24 Wertungen (4.42 ø)

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2 Kommentare:

gibt es auch einen zusammenhang mit mobbing?

#2 |
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Na ja 950 Teilnehmer ist nicht viel. Dann müßte man auch wissen, was für Arbeit verrichtet wurde! CRP kann sehr gut bei manueller Tätigkeit ansteigen (Stichwort repetitive strain injury).
Wenn es nur Schreibtischtäter ohne physische Belastung waren, dann wäre es schon aussagekräftiger.
Dann ist auch wichtig, WIE sich die Teilnehmer/innen ernährten! Fast food, hohe Phosphataufnahme etc……
O.K. Steigen Sie Treppen und weren Sie aktiv, das hilft schon weiter-

#1 |
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