Herzinsuffizienz: Anämie verschlechtert Prognose

7. September 2015
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Ein Drittel der Herzinsuffizienz-Patienten mit Eisenmangel leidet zusätzlich an Anämie. Das Zusammenspiel der Krankheiten spiegelt sich vor allem in der Ein-Jahres-Sterblichkeits-Prognose wider. Besonders die mikrozytäre Anämie weist ein vierfach höheres Sterblichkeits-Risiko auf.

Trotz des nachgewiesenen Nutzens einer intravenösen Eisentherapie bei Herzinsuffizienz (HI) zur Verringerung von Symptomen und Krankenhauseinweisungen, erhält in Deutschland nur jeder zehnte HI-Patient mit Eisenmangel eine Eisen-Substitutionstherapie. Dabei bekamen die meisten Patienten die weniger wirksamen Eisenpräparate zum Einnehmen, nur 2,2 Prozent eine intravenöse Eisentherapie. Das zeigen Auswertungen des RAID-HF-Register. Untersucht und ein Jahr nachbeobachtet wurden 671 Patienten mit allen Formen der HI in 16 deutschen Zentren.

Anämie als wichtiger Prognosefaktor

Die Studienergebnisse unterstrichen auch den Stellenwert der Anämie. Bei 56 Prozent der HI-Patienten wurde ein Eisenmangel nachgewiesen, 38,5 Prozent der Patienten mit Eisenmangel hatten auch eine Anämie, hingegen nur 25 Prozent der Patienten ohne Eisenmangel. Studien-Erstautor Dr. Harm Wienbergen: „Das Bestehen einer Anämie war ein signifikanter Prognosefaktor für die Ein-Jahres-Sterblichkeit.“ Diese war bei den Untersuchungsteilnehmern mit Eisenmangel ohne Anämie nicht signifikant erhöht.

Eisenmangel reduziert Leistungsfähigkeit

Bei einer weiteren Studie, in die 331 Patienten mit stabiler chronischer HI eingeschlossen waren und die Auswirkungen von Anämie und Eisenmangel auf körperliche Leistungsfähigkeit und Sterblichkeit untersuchte, zeigte sich, dass die körperliche Leistungsfähigkeit mit dem Eisenmangel deutlich abnimmt und sich bei zusätzlicher Anämie noch weiter verschlechtert.

Insgesamt verstarben in dieser Studie 91 Untersuchungspersonen während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 18 Monaten. 40 der Verstorbenen waren anämisch und 47 hatten einen Eisenmangel. Auch hier zeigte sich, so Erstautorin Dr. Nicole Ebner, „dass die Anämie ein unabhängiger Prognosefaktor für das Versterben ist.“ Die Gegenwart mikrozytärer Anämie zeigte sogar ein vierfach höheres Sterblichkeits-Risiko. „Zukünftige Studien müssen zeigen, welche Maßnahmen bei einer Anämie zu wählen sind“, sagt Ebner.

Originalpublikation:

Predictors, treatment and long-term course of iron deficiency in unselected patients with heart failure: The RAID-HF registry
Nicole Ebner et al.; Abstract ESC 2015, London

10 Wertungen (4.2 ø)

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5 Kommentare:

Chirurg
Chirurg

Solche scheinbar “monocausalen” Statistiken sind eigentlich eher etwas banal.
Eine Anämie ist schon für sich alleine eine abklärungsbedürftige Erkrankung, gar nicht so ganz einfach. Wobei Eisenverlust eigentlich immer Blutverlust, also eine Blutungsquelle bedeutet, die man nicht ignorieren darf.
Dass das Herz bei Anämie etwas mehr pumpen muss, ist doch trivial,
trotzdem alleine noch keine Hi-Ursache.

#5 |
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Ich definiere die Herzinsuffizienz als zu kleines Pumpvolumen sauerstoffreichen Blutes. Neben Herzkrankheiten ist auch die Anämie eine der Ursachen einer Herzinsuffizienz. Außerdem muss man an die Extrakardialsyndrome denken. Auch bei Herzgesunden verursachen das Pulmokardialsyndrom und das Hepatokardialsyndrom eine Herzinsuffizienz. Analog beschreiben die Extrarenalsyndrome nach Wilhelm Nonnenbruch die Niereninsuffizienz bei Nierengesunden (Kardiorenalsyndrom, Pulmorenalsyndrom, Hepatorenalsyndrom).

#4 |
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Weitere medizinische Berufe

Nicht bei jeder Anämie ist eine Blutungsquelle ersichtlich – außerdem kann eine Anämie auch einen Myokardinfarkt auslösen. Eisengabe hilft auch nur momentan, wenn die Ursache nicht gefunden werden kann.

#3 |
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Klaus-Michael Bartels
Klaus-Michael Bartels

Verständlich, dass eine Mikrozitäre Anämie das Leben verkürzt: der Patient blutet irgenwo.Bb Eiseninfusion die Blutungsquelle ( Ursache) stoppt, ist mir nicht einsichtig.

#2 |
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Dr Bernhard Heß
Dr Bernhard Heß

leider funktioniert der Link zum Originalartikel nicht.

#1 |
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