Nahrungsergänzungsmittel unter Doping-Verdacht

16. September 2015
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Gute Absicht – massive Folgen: Nicht immer ist Freizeit- und Leistungssportlern klar, was in den vermeintlich gesunden Nahrungsergänzungsmitteln steckt. Effekte, wie sie die Werbung verspricht, werden oft nur durch illegale Substanzen möglich.

Nach der intensiven Vorberichterstattung zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking hatte man eigentlich darauf gewartet, dass die Antidoping-Agentur WADA etliche Athleten des Dopings überführen würde. Doch es waren erstaunlich wenige Sportler, die sich erwischen ließen. Raum genug für Spekulationen: Zu lasche Kontrollen, politische Hintergründe oder technische Unzulänglichkeiten bei der Analyse neuester leistungssteigernder Substanzen?

Gefährlicher Trainingsbooster

Einer der bekanntesten jüngsten Dopingfälle aus dem deutschen Lager war der von Evi Sachenbacher-Stehle bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Es war die Dopingsubstanz Methylhexanamin (MHA), die sich allem Anschein nach in Nahrungsergänzungsmitteln der ehemaligen Langläuferin und Biathletin versteckt hatte. Der „Trainingsbooster“ und Helfer bei der Fettverbrennung ist einer der am weitest verbreiteten Stimulantien, die bei Dopingkontrollen auffliegen. In der EU ist Herstellung und Vertrieb der Substanz schon seit längerem verboten, in den USA war sie bis 2013 erlaubt. Trotzdem tauchen jedes Jahr rund 300 Dopingfälle in den Statistiken auf, bei denen MHA gefunden wurde.

Wer sich über die Bestellung per Internet mit Kraftmachern versorgt, weiß oft nicht, was in den Pillen oder Pülverchen wirklich drinsteckt. Viele Freizeit- und Leistungssportler wollen das aber auch gar nicht wissen. Hauptsache, Körperform und Leistung stimmen am Ende. Wer Muskeln wie Stahl und kein Gramm Fett unter der Haut haben will, der greift gern einmal zu Schlankheitsmitteln aus Fernost, denen bewusst oder versteckt Dopingsubstanzen zugesetzt wurden, um den Effekt zu maximieren. Auf diese Weise erklären sich dann auch deren Werbeversprechen von drei bis fünf Kilogramm Gewichtsabnahme pro Woche.

Doping mit Geranienwurzel

Erwähnt sind auf der Packung dann oft exotische Kräutermischungen, wie etwa Geranienwurzelextrakt. Vor der Leichtathletik-WM in Berlin 2009 wurden fünf Mitglieder aus dem Team Jamaika heimgeschickt. Sie hatten bei den nationalen Meisterschaften MHA im Blut. Sanktionen blieben ihnen jedoch erspart, da sie zeigen konnten, dass die Nahrungsergänzungsmittel mit MHA verfälscht wurden. Unbewusstes Doping ohne explizite Absicht? Chinesische Wissenschaftler behaupteten 1996 in einem Fachartikel, MHA in der Geranienwurzel nachgewiesen zu haben. In vielen Versuchen gelang jedoch niemals eine Bestätigung dieser Daten.

320 Dopingfälle mit MHA dokumentierte die Welt-Antidoping-Organisation WADA im Jahr 2012. Inzwischen ist die Zahl zwar stetig gesunken (2003: 169 Fälle, 2014: 76 Fälle), liegt aber immer noch an der Spitze der meistverwendeten Booster im Leistungssport.

Abnehm-Schokolade fördert den Herzinfarkt

Ein weiteres beliebtes Mittel, das sich häufig in Abnehmpräparaten findet, ist Sibutramin. Die Nebenwirkungen und das Risiko-Nutzen-Verhältnis mit der Gefahr schwerer kardiovaskulärer Effekte haben 2010 zu einem Stopp der Vermarktung geführt. Jenseits der Apotheke erreichen aber nach wie vor Tees, Kapseln oder sogar Abnehm-Schokolade den Konsumenten, der mit seinem Computer Anschluss an den internationalen Arzneimittel-Schwarzmarkt hat. Wer Probleme mit der Konzentration hat, dem helfen „Neuro-Enhancer“. Sie „verbessern die Kommunikation zwischen rechter und linker Hirnhälfte“ und sorgen für mehr verfügbares ATP. Der Wirkstoff Oxilofrin, auch einer der Top-10 Dopingsubstanzen, ist dabei nur selten auf der Packungsbeilage erwähnt.

Einer der „Klassiker“ in der Dopingszene ist schließlich Clenbuterol, beworben als „Schlankmacher“. Der Beta-2-Agonist hat jedoch beträchtliche Nebenwirkungen, angefangen von Tremor über Tachykardie, Hypertonie bis zur Thyreotoxikose. Ein Präparat, das das Institut für Biochemie der Sporthochschule Köln 2010 kaufte, enthielt mit 1 mg Clenbuterol etwa die 25fache therapeutische Dosis.

Besonderes Kopfzerbrechen machen den Analytikern jedoch „Designersubstanzen“, die in keiner Zulassungsstudie auftauchen und meist Abkömmlinge bekannter Verbindungen sind. Ein Beispiel dafür ist etwa Dimethylbutylamin, ein Stimulans, das immer häufiger anstelle von Methylhexanamin in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten ist.

Tausende Ampullen für wenige Dollar

In den Jahren 2012 und 2013 beschlagnahmte der deutsche Zoll rund 250 Kilogramm anabole androgene Steroide, 13 Kilogramm Stimulanzien und 35.000 Ampullen mit humanem Wachstumshormon. Zwischen 2010 und 2013 identifizierte das Kölner Dopinglabor 337 Schwarzmarkt-Produkte [Paywall] mit 49 Wirkstoffen der WADA-Dopingliste. Ein Großteil dieser Substanzen stammt aus dem Fernen Osten, meist aus China. Unter den Testkäufen mit Anabolika-Befund fand sich aber auch ein Hersteller von „Muskelwachstums-Substanzen“ aus Zypern.

Dass sich Herstellung und Vertrieb gefragter Nahrungsergänzungsmittel mit explosiver Wirkung lohnen, zeigt ein Blick auf den Rohstoffmarkt. Der chinesische Online-Händler Alibaba bietet reines Methylhexanamin zum Kilogrammpreis von rund 180 US-Dollar an. Daraus lassen sich rund 25.000 Ampullen mit 40 mg Wirkstoff produzieren.

Selbst wenn der Vertrieb und somit auch die Werbung für entsprechende Produkte in Deutschland verboten sind, funktioniert Guerilla-Marketing immer noch. In einschlägigen Kraftsport- und Fitnessportalen, aber zuweilen auch bei den großen Bewertungsportalen wie etwa ciao.de und dooyoo.de finden sich hin und wieder Beispiele von Blitzheilungen, unerwarteter Kraftzuwächse und Leistungssteigerungen dank entsprechender Substanzen aus dem Netz.

Doping durch Verzehr von Fleisch?

Im beabsichtigten, aber auch im Nachweis von unbeabsichtigten Doping gibt es einen ständigen Wettlauf zwischen Hersteller und Entwickler und den Doping-Labors mit entsprechend ausgefeilten Analysemethoden. Nicht nur Blut und Urin dienen dabei als Probenmaterial. Inzwischen gelingt es den Analytikern, im Speichel intakte Metaboliten statt der Abbauprodukte im Urin nachzuweisen. Für basische Wirkstoffe in Stimulanzien und Narkotika eignet sich Körperschweiß sehr gut. Auch wenn solche Nachweise noch nicht standardisiert sind, unterstützen sie jedoch vielfach einen positiven Blut- oder Urinbefund.

Nicht immer ist es die geplante Leistungssteigerung, die Athleten zu verbotenen Mitteln greifen lässt. In den Jahren 2010 und 2011 tauchten eine Reihe unerklärlicher Clenbuterol-Befunde bei Sportlern aus den Bereichen Tischtennis und Fußball auf. Die nachfolgende Detektivarbeit zeigte einen Zusammenhang der Teams mit Reisen nach China oder Mexiko. Dort wird Clenbuterol noch häufig in der Kälbermast verwendet und kann in hohen Konzentrationen unter Umständen sogar zu einer Vergiftung nach dem Genuss führen. Unterschiede in der Pharmakokinetik und den Stoffwechselwegen dokumentierten das unbeabsichtigte Doping, das wohl auf den Verzehr von Fleisch, Milch oder Innereien zurückzuführen war.

Saubere Referenz: Kölner Liste

Fast die Hälfte der Bevölkerung greift regelmäßig zu Nahrungsergänzungsmitteln, um vermeintlich ihre Gesundheit zu stärken. Bei Sportlern liegt die Quote zwischen 70 und 90 Prozent. Bessere Regeneration und Leistungen sollen dabei herausspringen. 20 Prozent der Befragten geben zu [Paywall], dass die Kapseln und Pillen als Ersatz für den Aufwand einer ausgewogenen Ernährung herhalten müssen. Nur in Ausnahmefällen, so zeigen inzwischen etliche wissenschaftliche Studien, ist jedoch eine solche Zusatzernährung wirklich notwendig.

Wenn es schon sein muss, wie sicher sind dann Nahrungsergänzungsmittel, die es möglicherweise nicht an der nächsten Apotheke zu kaufen gibt? Extreme Werbung mit phantastischen Ergebnissen und die Internetbestellung ohne klare Herkunftsangabe sind Indizien für Wirkstoffe mit Doping-Risiko. Wer dagegen im Netz auf die „Kölner Liste“ klickt, kann sich ziemlich sicher sein, sauber zu bleiben. Die dort erwähnten Präparate werden regelmäßig geprüft. Dem einen oder anderen Sportler, der ehrlich überrascht war, seinen Namen plötzlich unter den positiven Resultaten eines Labors zu finden, hätte ein Blick auf diese Liste sicher gut getan.

111 Wertungen (4.58 ø)

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14 Kommentare:

Andi Moltgerer
Andi Moltgerer

@Markus Keller, Ehrgeiz ist keine Krankheit, wenn er nicht blind macht.
Es sind schon Olympiasieger, die jahrelang gedopt haben als noch rel. junge Menschen plötzlich gestorben.
Oft ist es ja nicht das Geld (allein), sondern so etwas wie die Sucht nach “öffentlicher Anerkennung”, die ja bei Pop-Stars aller Art bekanntlich zu frühem Tod führt.
Selbstverständlich gibt es auch saubere Sportler und drogenfreie Popstars.
Ein Trainer, der Doping unterstützt, gehört bestraft.

#14 |
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Medizinjournalist

Verzeihung, der “Gast” ist natürlich der Autor, der sich zuvor nicht eingeloggt hatte.

#13 |
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Gast
Gast

Ein kleiner Hinweis bezüglich der Transparenz des Artikels:
Anregung und viele Fakten aus diesem Artikel entstammen einem Vortrag von Professor Mario Theves von der Sporthochschule Köln. Er wurde auf einem Journalistenworkshop gehalten, den das Institut Danone, (es arbeitet als gemeinnütziger Verein werbe- und produktneutral) organisiert hatte.
http://www.institut-danone.de/download.php?file=fileadmin/redaktion/Pressemitteilungen/PM_J-workshop_17_9_6_15_final.pdf

Das klingt nach Werbung, dient meiner Meinung nach aber der Kenntlichmachung möglicher, hier aber nicht vorhandener Interessenskonflikte.

#12 |
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Markus Keller
Markus Keller

Ich wusste es. Doch krank werden Sportler, die dem Ehrgeiz verfallen sind, ohnehin. Dabei bevorzuge ich den Weg, der sich der Kontrolle des Schwarzmarkts entzieht.

#11 |
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Arzt
Arzt

@Markus Keller selbstverständlich sollte Doping NICHT legalisiert werden!
Wie kommen Sie nur auf den Blödsinn!
Das ist gesundheitsschädlich, wussten Sie das nicht?

#10 |
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Markus Keller
Markus Keller

Doping ist eine Spielwiese der Hoffnung, Selbstbestimmung, Heimlichkeit, Erlebnislust, Trotzigkeit, Unbeugsamkeit, des Vertrauens und auch der Stausmehrung und Sicherheit – diese können in ihrer Summe nur durch äußeren Zwang eingegrenzt werden. Deshalb ist jede Berichterstattung über Doping letztlich ein bitterer Ausweis dafür, dass auch Freiheit ihren Preis hat.
Als Trainer leide ich täglich mit.

Doping sollte in weiten Grenzen legalisiert, aber die Lüge zur Verwendung von Dopingmitteln bestraft werden.

#9 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

“und sorgen für mehr verfügbares ATP”…das ist der entscheidende Satz für Doping.
Wenn man sich die Stoffwechselwege der sog. Dopingmittel verdeutlicht , erkennt man dies sofort .
Natürliches Doping ist relativ einfach : Die Leistung der Mitochondrien ,der Atmungskette erhöhen !Hier zeigt sich deutlich die individuelle Leistungsgrenze für Sportler wie für Otto-Normalverbraucher wie für Kranke ,in ihrer Fähigkeit der “Energiegewinnung”, wobei die Mitochondrien NICHT die Kernkraftwerke des Körpers sind wie es so landläufig geplaudert wird. Ionenkanäle müssen auf u. zu geschaltet werden u.das Recycling diverser Transmitterstoffe u. Stoffwechselprodukte muss laufen …..
da modulierte ATP an jeden Stoffwechselvorgang angehängt wird .
So wird einem auch klar , dass “dicke Muskeln” aufgrund ihres Gewichtes ab einer gewissen Grenze nur Ballast sind .
Also : einfach die richtigen natürlichen NEM wählen ,aber das verdirbt ja nur das Geschäft mit s.o.

#8 |
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Dipl.med. Viktor Sommer
Dipl.med. Viktor Sommer

Ich möchte Herrn Prof. Dr.med. Mader sagen, dass die Deutschen nach alltäglicher Powersucht nicht ,,blind,, müssen, wenn jedes Nahrungsergänzungsmittel bevor auf die Deutsche Markt kommt, von den entsprechenden Behörden wegen Dopinghexerei nicht zugelassen wird. Es ist klar, dass ,,der Hexer,, von entsprechendem Amt als ein Vergiftungstäter nach § 314 St GB bestraft wird.
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. med. Mader mit Ihrer Position in Deutscher Gesellschaft können Sie alles verändern. Sie können mehrere Hexer identifizieren. Ich leider nicht… .

#7 |
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Prof. Dr. med. Alois Mader
Prof. Dr. med. Alois Mader

Doping ist wohl der neue Wunderaberglaube der Deutschen im 21.Jahrhundert.
Er repliziert den bösartigen Aberglauben der Dominikaner um 1600 zu Zeiten Galilei’s, von den Zaubertränken der hexen mit ungeahnten bösartigen Wirkungen, der ca. 60000 Frauen nördlich der Alpen das Leben durch Folter und Verbrennung gekostet haben. Die Ursache war der “Hexenhammer” als Anweisung wie man die nur schwer erkennbaren Hexen erkennen kann.
Das historische Gedächtnis ist lang und einen bösartigen Aberglauben brauchen die Deutschen anscheinend trotz bitterer Erfahrungen vor 70 Jahren.
Da man bisher die vielen Doper, trotz Einsatz lückenloser Überwachung und modernster Analysetechnik nicht in hinreichend große Anzahl für den universellen Dopingverdacht der mit Pillen erzeugten “übernatürlichen Leistungen” gefunden hat, weicht man jetzt auf das Doping mit Mikrodosen aus. Die Therapie D3/D4 usw. von Herrn Hanneman ist da ein Vorbild.
Das steigert dann die Anzahl der krimminellen Doper wohl erheblich in der Zukunft. Ist das rational ? sicher nicht.
Um 1600 hat der Kardinal Robert Belarmin Richter am Inquisitionsgericht des Vatikan es vermeiden können, dass südlich der Alpen keine einzige Hexe identifiziert wurde weil er gefordert hat, dass für die übernatürlichen Wirkungen von Hexentränken und Zauberformeln dieselben Kriterien gelten müßten, wie für anerkannte Wunder: Sie dürfen keine natürliche Ursache haben.
Die Deutschen sind blind gegenüber dem irrationalen Aberglauben, dass man mit Pharmaka “übernatürliche/unnatürliche Leistungen” erzeugen kann.
Gegenüber der Dopinghisterie, sollte man zuerst einmal fragen, ob es solche nur mit Doping erreichbaren Leistungen überhaupt gibt, wie das der Kardinal Belarmin vor 500 Jahren in vergleichbarer Weise getan hat.
Sportliche Höchstleistungen sind höchst optimierte mechanisch-physikalische Leistungen für die die makrophysikalischen Gesetze der Energietransformation sehr strikt gelten. Die kann man nicht mit Pillen außerkraft setzen.
Würde man nicht nur in die eine Richtung eines überbordenden Verdachtes a la Mielke “Genossen der Feind Doping ist überall” denken, sondern auch daran, dass es rationale Grenzen für die Abschätzungen von Medikamentenwirkungen gibt, dann könnte man auch annehmen, das die geringe Zahl der bisher identifizierten Doping-Täter im 5 Promille-Bereich, die Realität besser darstellt, als die mittelalterliche abergläubische Dopinghisterie.
Wer etwas mehr darüber lesen will, kann dies in meinem Buch:
Alois Mader: Die Chimäre des Dopings und die Irrealität der Traningslehre” nachlesen.

#6 |
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Gast
Gast

Wir haben ein etwas anderes Problem : Nach Mamma-Carcinom-OP wird ein Aromatasehemmer eingenommen, wobei hins. zu erwartender Nebenwirkungen ( u. a. Osteoporose-Risiko ) Nahrungsergänzungsmittel ( Calcium, Vit. D und K2 ) verwendet werden sollen. Es wird aber u. a. seitens Deutscher Krebsgesellschaft gänzlich ( ! ) von NEM abgeraten, zum. sie phytoöstrogene Bestandteile enthalten. Dies deshalb, weil eine krebshemmende bzw. – fördernde Wirkung hins. der Dosis ungeklärt und widersprüchlich ist. Vit. K2 jedoch gibt es m. W. nicht in synthetischer Form und wie ist Sicherheit zu erlangen, worin Phytoöstrogene enthalten sind ?

#5 |
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Der Artikel gefällt mir Herr Lederer, er offenbart jedoch eine Rhetorik, die wiederum Teil des Problems ist. Ich bin selbst seit Jahrzehnten immer wieder mit der Thematik befasst. Mit dem Hinweis auf “etliche wissenschaftliche Studien” wird suggeriert, dass es als absolut gesichert gilt, dass Nahrungsergänzung fast immer nutzlos ist. Das Problem ist jedoch die Definition von “wirklich notwendig”. Hier wird ein sehr großes Fass aufgemacht: Die Notwendigkeit kann aus pathologischer Sicht gesehen werden, aus Fitnesssicht, aus langfristiger (!) Gesundheitserhaltung, aus “Wohlfühlsicht” etc., also sehr individueller und verschiedener Faktoren. In den USA sind die Ergänzungsmittel noch weit verbreiteter sind als in Deutschland – und viele sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen nehmen diese aus ebenso unterschiedlichen Gründen. Wissenschaftliche positiv Studien können die meisten Hersteller vorweisen (natürlich nicht die illegalen), zumindest nach meiner Erfahrung. Und da die “positiv Gruppen” die eigene Erfahrung nun mit den Aussagen wie oben von Ihnen vergleicht, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem. Übrigens ähnlich wie bei Impfdebatte (hier jedoch in Bezug auf negative Erfahrungen). Ich vermute, dass die von Ihnen zitierten “wissenschaftlichen Studien” sich eher an einer allgemeinen Definition von Gesundheit orientieren

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Ulrike Reuter
Ulrike Reuter

zu Gast,
unsere Nahrung ist nicht frei von unerwunschten Zusatzstoffen.

#3 |
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hartmut grimm
hartmut grimm

…nach dem Training Schmerzen in den Knien – es ist wirklich schwer, heute Glucosamin/Chondroitin in wirksamer (d.h. keine Schmerzen)-Dosis zu finden, ohne Zusätze (die harmlosesten sind da noch Vit D, Bor, irgendwelche Wurzeln….). Hier steht die Industrie unter permanentem Zwang, Alleinstellungsmerkmale zu finden für ihre dann teureren Produkte.
Diese Klagen habe ich auch schon vor mehr als 20 Jahren gehört und gelesen, z.B. auch von Gewichthebern.

#2 |
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Gast
Gast

Die Überschrift ist etwas irreführend,
Dopingmittel sind Dopingmittel und keine “Nahrungsergänzung”.
Sowohl “Nahrungsergänzung” wie Nahrung selbst muss selbstverständlich frei von unerwünschten Substanzen sein, was offenbar ohne systematische Kontrollen nicht möglich ist. Ebenso wie es gefälschte Medikamente gibt.
Weder USA, noch viel weniger China als Anbieter haben da einen guten Ruf.

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