Impfpflicht: Nur ganz oder gar nicht?

27. August 2015
Teilen

Welche Auswirkungen hätte die Einführung einer teilweisen Impfpflicht auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung? Dieser Frage ist nun eine Online-Studie nachgegangen. Es zeigte sich, dass Impfskeptiker so einen weit größeren Effekt auf das gesamte Impfprogramm haben könnten.

„Wenn in Deutschland von Impfpflicht die Rede ist, geht es in aller Regel um eine teilweise Impfpflicht, sprich: eine Impfpflicht zur Abwehr ganz bestimmter Erkrankungen, bei denen die Impfquote derzeit niedrig ist. Beispielsweise wurde im Frühjahr 2015 diskutiert, die Masern-Mumps-Röteln-Impfung verpflichtend zu machen“, erklärt Dr. Cornelia Betsch, Akademische Rätin am Lehrstuhl für Sozial-, Organisations-, und Wirtschaftspsychologie der Universität Erfurt, den Hintergrund der Untersuchungen, die sie zusammen mit Dr. Robert Böhm von der RWTH Aachen angestellt hat. „Wir wollten herausfinden, was die Einführung einer teilweisen Impfpflicht für das gesamte Impfprogramm bedeuten würde, vor dem Hintergrund dass die restlichen Impfungen freiwillig bleiben.“ Zwei Versuchsgruppen haben die Wissenschaftler in ihrer Online-Studie untersucht.

Die erste Gruppe wurde in einem ersten Schritt zu einer (fiktiven) Impfung verpflichtet und durfte sich im zweiten Schritt freiwillig für oder gegen eine Impfung entscheiden. In der zweiten Testgruppe setzten Betsch und Böhm von vornherein auf Freiwilligkeit.

 Es zeigte sich, dass vor allem Personen mit negativer Einstellung gegenüber dem Impfen durch die Impfpflicht beeinflusst wurden: Deren Impfbereitschaft sank um ganze 39 Prozent im Vergleich zur Gruppe, in der beide Entscheidungen freiwillig waren. Die Wissenschaft spricht hier von „psychologischer Reaktanz“, die dazu führt, dass sich Personen, deren Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird, diese bei der nächsten Gelegenheit „zurückholen“. Eine Einführung einer teilweisen Impfpflicht kann also paradoxe Effekte haben – gerade die Impfskeptiker, denen durch Impfpflicht begegnet werden soll, könnten so einen weit größeren Effekt auf das gesamte Impfprogramm haben, als es bei freiwilligen Impfung der Fall ist.

Dr. Cornelia Betsch resümiert: „Wir schließen daraus, dass eine sinnvolle und gute Impfaufklärung der Bevölkerung effektiver wäre als die Einführung der Impfpflicht – vor allem einer nur teilweisen.“

Originalpublikation:

Detrimental effects of introducing partial compulsory vaccination: experimental evidence
Cornelia Betsch et al.; European Journal of Public Health; doi: 10.1093/eurpub/ckv154; 2015

65 Wertungen (4.83 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

16 Kommentare:

Wirtschaftswissenschaftler

Schweinegrippe Impfungen- auch empfohlen durchs RKI… der grosse Betrugsskandal…? Hier eine Lesprobe zum Nachdenken:
SCHÖNHÖFER, P. S. und H. SCHULTE-SASSE: Nachbetrachtungen zur Schweinegrippe- Pandemie. Ablauf, Fehler, Lehren Arzneimittel-, Therapie-Kritik & Medizin und Umwelt (2012/Folge 3) Hans Marseille Verlag

[Teile des Beitrags wurden von der Redaktion gelöscht.]

#16 |
  0
Wirtschaftswissenschaftler

Gast und #14 früher war die Erde eine Scheibe….aber sagt mir eueren Namen und ich sehe welches Gewand ihr tragt…
Kritik bedeutet auch Anregung aber das zitieren von Wikpedia soll auch nicht sehr akademisch sein. Impfungen sind ein riesen Geschäft und so ist ja auch gut wenn der Vorsitzende der WHO gleichzeitig auch CEO des Impfstoff Konzern ist…und der Impfstoff einen Tag vor der Pandemie zum Patent angemeldet wurde…

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/impfung-gegen-schweinegrippe-fordert-opfer-15000055.html?et_cid=29&et_lid=31&et_sub=ZDG120715&campaign=ZDG120715
(Zentrum der Gesundheit) – In der Grippesaison 2009/2010 wurde bekanntlich die Schweinegrippeimpfung empfohlen und – wie bei Impfaktionen üblich – ganz massiv beworben. Viele Millionen Menschen liessen sich daraufhin allein in der EU impfen. Denn wenn die Regierung sagt, die Impfung ist wichtig und unbedenklich, dann glaubt man das und geht impfen. Jetzt – etliche Jahre später – weiss man, dass die Impfung bei vielen Menschen zu ernsten Gesundheitsschäden geführt hat – mit dem Ergebnis, dass nun die Regierungen viele Millionen Euro Entschädigung bezahlen müssen
Millionen-Entschädigung für die Impf-Opfer der Schweinegrippe © FiFoProd – Fotolia.com

Das Spiel mit der Pandemie

Das Szenario ist altbekannt: Irgendwo auf dem Globus gibt es eine Handvoll Grippekranke. Dann wird ein neuer Grippeerreger entdeckt und als so furchterregend beschrieben, dass umgehend eine globale Pandemie befürchtet wird. Anschliessend wird angeblich fieberhaft ein passender Impfstoff entwickelt und für viele Milliarden an die zahlungskräftigen Regierungen dieser Welt verhökert.
Die Schweinegrippe – Was bisher geschah

Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/impfung-gegen-schweinegrippe-fordert-opfer-15000055.html#ixzz3kU9GcdYc

#15 |
  0
Student der Pharmazie
Student der Pharmazie

#11 arbeitet anscheinend an Idiocracy 2 – Die Rückkehr der Seuchenfans

#14 |
  0
Gast
Gast

Wir sollten nicht mehr solange diskutieren. Es ist bereits alles bekannt. Jeder Medizinstudent, der nicht die Grundlagen Immunologie beherrscht fällt durch das Medizinexamen. Impfungen haben die Menschheit gesünder gemacht, diesen Takt kennt jeder. Machen wir es wie die Amerikaner: jeder der eine KiTa und eine Schule besucht sollte die Regelimpfungenerhalten. Impfgegner könnten ja eine Privatschule besuchen. In unseren Land sollten Impfverweigerer, die ja ein größeres Risiko haben an einer der Infektionserkrankung zu erkranken und chronisch Kranke, die nicht geimpft werden könnten, anstecken, dieses größereEr krankungsrisiko durch einen höheren Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse mittragen. Warum soll hier die Solidargemeinschaft bei einer vermeidbaren Infektionserkrankung einspringen?

#13 |
  1
Gast
Gast

@Peter Peschel ihr link bestätigt die Emanzipation der Doofen,
auch der Bösen und vorsätzlichen Lügner, man sollte gerichtlich dagegen vorgehen.
Ein Impressum fehlt natürlich auch.
Hier genügt wirklich nicht viel Wissen um über so viel Blödsinn nur den Kopf zu schütteln. Rober Koch war ein genialer Pionier, wie die meisten mit try and error natürlich auch Fehler machte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Koch

#12 |
  1
Wirtschaftswissenschaftler

Die unglaubliche Geschichte des Impfens…

http://www.medizin-unwahrheiten.de/die_unglaubliche_geschichte_des_impfens.html

Ja, wer hat nur die Wahrheit…?

#11 |
  0
Gast
Gast

#9 Ihre Frage kann, wie schon vorgeschlagen, ein Blick in die Geschichte Deutschlands beantworten:
Um das Jahr 1000 nach Chr. lag die statistische Lebenserwartung eines Neugebohrenen bei ca 20 Jahren.
Todesursache Nr.1 waren mit Abstand Infektionen.
Und die Möglichkeiten solche zu verhindern sind Zeichen für Inkompetenz?
Da geb ich doch lieber #1 meine Zustimmung.
Emanzipation der Doofen.

#10 |
  1
Gast
Gast

Wenn dieser Staat zur Zeit auch immer mehr auf dem Weg zu einem Kontroll-und Bevormundungsstaat ist, lässt sich doch in den meisten Fällen nicht leugnen, dass die Erkenntnisse ständigem Wandel unterworfen sind und es meist auch die Kehrseite einer Medaille gibt. Wenn Deutschland durch Waffenexporte nicht extrem viele Menschenlebenin Gefahr brächte, wäre der Sinn nach Rettung und Schutz des Lebens ( hier durch Impfung ) vieelleicht glaubwürdiger. Aber es gibt auch viel tiefsinnigere und umfangreichere Ansichten. So einfach sind die Dinge eben nicht, Erreger abgeschwächt rein, Immunsystem angekurbelt, Mensch geschützt. Die Natur ist bedeutend vielseitiger und man müsste schon mal fragen, warum nicht jeder Mensch jede Krankheit durchmacht oder sich gar nicht erst ansteckt trotz Kontakt. Desweiteren sind Krankheiten und deren Bewältigung eben nicht nur ein Übel, sondern auch eine Reife-und Entwicklungsmöglichkeit. Aber darüber gibt es bereits sehr viele Infos und es ist verwunderlich, dass gerade von medizinischer Seite so unkompetente und einseitige Auftritte erfolgen, die die Berufsgruppe eher fragwürdig erscheinen lässt. Wenn wir bereits alles wüssten, gäbe es ja keine zu lösenden Probleme mehr, genau so sieht es aber nicht aus.

#9 |
  0
Student der Pharmazie
Student der Pharmazie

Aufklärung schön und gut, aber solange die von Milchwirten durchgeführt wird…

#8 |
  1
Gast
Gast

Ich verstehe nicht, warum sich manche Leute dagegen wehren, das körpereigene Immunsystem seine Arbeit machen zu lassen und den Körper gegen eindringende Krankheitserreger zu verteidigen. Es ist doch die natürlichste Sache der Welt, dass sich der Körper zu wehren versucht und die Erreger bekämpft.
Und wenn man nur wenige Erreger abbekommt oder diese nicht so aggressiv sind, hat der Körper sogar noch den Nutzen davon, sich auch in Zukunft gegen diese Erreger besser wehren zu können, weil er sich daran erinnert. Bei Einigen sogar ein Leben lang!
Die beste Methode, ist es doch noch immer, der Natur ihren Lauf zu lassen und sie nach Kräften dabei zu unterstützen, den Körper vor Gefahren zu schützen!

Also los, geht Impfen!

#7 |
  0
Gast
Gast

Die Frage ist allerdings, wie das mit den unmündigen Kindern ist “mit der Freiheit”.
Ich habe ein 8-jähriges Mädchen auf einer Uni-Intensivstation an Tetanus sterben sehen. Nicht nur die freien Eltern, die ganze Intensivstation war erschüttert.

#6 |
  0
Gast
Gast

@Silke Huber-Röhring, klar gibt es eine Freiwilligkeit in Deutschland, sich NICHT impfen zu lassen.
Oder steht da etwas von Impfzwang???

#5 |
  0
Tierheilpraktikerin

@Arzt: wieso sehen Sie Sich aufgrund des Geschriebenen angehalten von “Impfverweigerer” zu sprechen bzw. wieso (Frage an die Allgemeinheit) muss es jedes mal, wenn es generell um das Thema Impfung geht, zu verbalen Angriffen kommen? Es wurde doch lediglich auf das neue Bundesgesetzblatt verwiesen und darauf aufmerksam gemacht, daß es keine wirkliche Freiwilligkeit mehr gibt. In keinster Weise wurde dabei ein Dafür oder Dagegen geäußert. Mit freundlichen und entspannten Grüßen!

#4 |
  0
Arzt
Arzt

Liebe Frau @Petra Stein, ach nee, Sie wollen als Impfverweigerer noch im Krankenhaus oder Arztpraxis arbeiten? Ein Glück, dass das nun endlich geklärt ist!
Ich kenne noch viele ärztliche Kollegen, die auf der Dialysestation Hepatitis B bekommen haben, nicht ganz harmlos, bevor es dagegen eine Impfung gab.

Persönliche Freiheit ist ein hohes Gut, nur hat das dort seine Grenze, wo die Gesundheit oder “die Freiheit” des Mitmenschen darunter leidet.
Ich habe nie verstanden, warum es bei uns in Deutschland keine persönliche Meldepflicht für AIDS gibt, wenn jeder Durchfall z.B. mit Jersinia gemeldet werden muss.
Werfen Sie einfach mal einen Blick in ein Geschichtsbuch über Pest, das wird leider in der Schule völlig ausgeklammert, da starb dann bis zu 50% der Bevölkerung.
Wir leben heute, verglichen damit, in einem Infektionsrisiko-Paradies,
in dem auch Impfverweigerer als Trittbrettfahrer ganz gut überleben.
Das Infektionsrisiko durch Mikroorganismen wird es IMMER geben,
kein Grund zur Panik, das ist nun mal das Leben. Ich verzichte auch nicht aufs Autofahren, benutze allerdings einen Sicherheitsgurt.

#3 |
  0
Petra Stein
Petra Stein

Mit der sogenannten Freiwilligkeit ist es doch ohnehin seit dem 17.7.2015 vorbei, siehe Bundesgesetzblatt http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl115s1368.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl115s1368.pdf%27%5D__1440685391036, ab Seite 10, Artikel 8.

#2 |
  0
Desinfektor
Desinfektor

So ein Quatsch,
die Psychologen scheinen langsam die Macht im Staate übernommen zu haben,
alles ist möglich, Vernunft bleibt auf der Strecke,
Emanzipation der Doofen !!!!!!!!!!!!!!!!!!
(Mit Hilfe der Laienpresse)
Wir haben das IfSG und brauchen keine neuen Gesetze.
Es muss nur angewendet werden.
Man muss deshalb nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.
Es gibt Risikogruppen, und bekannte Strategien dagegen.
Masern z.B. war aktuell nur ein Berlinproblem,
hier wurde das Gesetz NICHT angewndet.
Hier wird es sicher noch ein paar Spät-Tote geben (SSPE).

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: