Ärztealltag: Der pöbelnde Patient

31. August 2015
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Ob in Klinik oder Praxis – immer häufiger werden Ärzte sowie Praxis- und Pflegepersonal Opfer aggressiver Angriffe ihrer Patienten. Die wüsten Attacken reichen von Beschimpfungen bis hin zu massiven Prügeleien. Jüngst gipfelte ein Gewaltexzess gegen eine Ärztin sogar in Mord.

Viele Klinikärzte und niedergelassene Mediziner – allen voran die Hausärzte – müssen Pöbeleien und körperliche Angriffe hierzulande inzwischen als Teil ihres Arbeitsalltags ertragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Befragungsstudie der Technischen Universität München. In den 1.408 ausgewerteten Fragebögen gaben 91 Prozent der befragten Allgemeinmediziner und praktischen Ärzte an, schon einmal im Laufe ihres Berufslebens mit aggressiven Patienten konfrontiert worden zu sein. Für die letzten 12 Monate traf dies immerhin noch auf drei Viertel der Ärzte zu.

Am häufigsten berichteten die Befragten von Beleidigungen und Beschimpfungen, aber auch körperliche Übergriffe wie Schubsen, Beißen oder Treten sowie Sachbeschädigung durch Randalieren wurden genannt. Und auch beim Thema Sicherheitsgefühl gibt es Probleme: Obwohl sich die Mehrheit in ihrer eigenen Praxis sicher fühlte, war dies bei 66 Prozent der Ärztinnen und 34 Prozent der Ärzte bei Hausbesuchen im Rahmen des Bereitschaftsdienstes nicht der Fall.

Vom Helfer zum Opfer

Auch Klinikärzte sind oft mit aggressiven Patienten konfrontiert. Mitunter wechselt der Arzt sogar ungewollt in die Rolle des Patienten, wenn dieser ihn krankenhausreif geprügelt hat – so geschehen am Klinikum Nürnberg. „Der Patient wollte die Verschreibung einer Kur, für die die Ärztin keine Indikation sah, daraufhin schlug er sie zusammen“, berichtet der Klinikleiter Dr. Dr. Günter Niklewski. Der schockierendste Gewaltangriff ereignete sich im März diesen Jahres in Saarbrücken: Ein ehemaliger Patient einer Neurologin betrat deren Praxis und schoss die Frau nieder; das Opfer verstarb noch am Tatort.

Nicht nur Ärzte, sondern auch das Pflegepersonal ist den Patientenattacken häufig ausgeliefert, wie die bereits 2005 veröffentlichte NEXT-Studie zeigen konnte. In der Untersuchung der Universität Wuppertal gaben knapp 70 Prozent der Pflegefachkräfte von Psychiatrien sowie Alten- und Pflegeheimen an, sehr häufig mit aggressiven Patienten konfrontiert zu sein. Mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen: Die Studie sieht einen nachweislichen Zusammenhang zwischen der emotionalen Belastung infolge der Gewalterfahrung und dem Risiko, ein Burnout-Syndrom zu entwickeln.

Ursachen der Gewalt

Warum Patienten ihre Wut an Ärzten und Pflegenden auslassen, hat vermutlich vielschichtige Gründe. Professor Ernst Engelke betreut Ärzte und Pflegepersonal, die durch Gewalterlebnisse traumatisiert sind. Seiner Ansicht nach tragen Politik, Krankenhäuser und Patienten gemeinsam die Verantwortung für das zunehmende Problem. Professor Engelke beklagt dabei auch das Auftreten der Kliniken nach außen: „Die Krankenhäuser werben in ihren Leitlinien damit: ‚Der Patient steht bei uns immer im Mittelpunkt‘. Das stimmt ja nicht. Die Krankenhäuser sollten eher schreiben: ‚Wir behandeln Sie gern, wenn Sie drankommen. Und das kann dauern‘.“

Tatsächlich kommen kritische Situationen vor allem im Bereich der chronisch unterfinanzierten Notfallambulanzen vor. Ärzte und Pfleger sind aufgrund des Personalmangels besonders hohen Arbeitsbelastungen ausgesetzt. Patienten müssen häufig lange Wartezeiten in Kauf nehmen; erschwerend kommt hinzu, dass viele Patienten auch wegen Bagatellen die Notaufnahme aufsuchen, sodass Ärzten noch weniger Zeit für die echten Notfälle bleibt. Patienten und Angehörige ihrerseits sind emotional unter Druck: Stress und Angst, gepaart mit dem Gefühl der Abhängigkeit vom behandelnden Arzt, können zu einer sinkenden Hemmschwelle beitragen.

Ein maßgeblicher Faktor in diesem Konflikt ist auch, dass sich Ärzte aufgrund des chronischen Zeitdrucks oft nur auf ein Mindestmaß an Kommunikation beschränken. Ist der Patient dann endlich an der Reihe, fühlt er sich abgefertigt. So stellt Professor Ulrich Schwantes in einer Fachtagung zur Arzt- und Patientenkommunikation der KBV fest, dass Ärzte ihre Patienten nach durchschnittlich nur 10 bis 20 Sekunden Redezeit unterbrechen.

Die Wiederauferstehung des Arzt-Patienten-Gesprächs

Um Aggressionen und Gewaltausbrüchen von Patienten vorzubeugen, sollten Ärzte aus der Deckung kommen, indem sie sich in Aus-, Fort- und Weiterbildung konkrete Deeskalationsstrategien aneignen, rät eine Broschüre der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Das primäre Ziel bestehe darin, Aggressionspotenziale rechtzeitig zu erkennen und effektiv abzuwenden. Damit die Emotionen der Patienten gar nicht erst hochkochen, ist eine angemessene Kommunikation zwischen Arzt und Patient eine Schlüsselkompetenz.

Die kommunikativen Fähigkeiten sollten dabei nicht alleine vom individuellen Talent des jeweiligen Arztes abhängen, sondern müssen gezielt gestützt und gefördert werden. Professor Schwantes forderte daher auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag, dass die Fakultäten die in der Approbationsordnung für Ärzte festgelegte Kompetenzentwicklung in der ärztlichen Gesprächsführung konsequent ausbauen müssen. „Haltung, Verhalten und Sprache prägen die Begegnung mit dem Patienten. Wenn wir die Sprache im Umgang mit dem Patienten verlieren, mutieren wir zu Medizinern der Technik, fragmentierten und fragmentierenden Spezialisten und machen uns substituierbar“, so Schwantes weiter.

Die Delegierten des Ärztetages drängten zudem darauf, ärztliche Kommunikation auch durch entsprechende Übungssituationen zu trainieren. Als Voraussetzung einer adäquaten Gesprächsführung sieht Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen: „Zudem muss ausreichend Zeit für diese so wichtige Form der ärztlichen Zuwendung und Tätigkeit zur Verfügung stehen. Dies ist bei der Bewertung ärztlicher Tätigkeit, bei der Bedarfsermittlung und bei Stellenplänen zwingend zu beachten.“ Eine Forderung, deren Umsetzung letztlich von der Finanzierung abhängt.

Sicherheitsdienst statt Personal?

Manche Krankenhäuser begegnen dem Thema „prügelnde Patienten“ jedoch auch auf ganz andere Weise: So engagierte das Klinikum Nürnberg schlichtweg einen Sicherheitsdienst für die Notfallambulanz, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Security-Männer begleiten Ärzte und Pfleger sogar bis ans Patientenbett. Die Ärzte des Klinikums befürworten diese Entscheidung und freuen sich über die Hilfe der Sicherheitsleute in ihrem Arbeitsalltag. In Zeiten knapper Klinikkassen empfinden Kritiker solche Maßnahmen allerdings als Affront – sie sehen das Geld sinnvoller in verbesserte Personalschlüssel investiert, um das Problem bei der Wurzel zu packen. „Das Maß ist voll“, argumentiert Klinikleiter Dr. Niklewski. „Wir müssen auch etwas für unsere Mitarbeiter tun.“ Die Kosten für den Sicherheitsdienst trägt die Klinik dabei selbst, eine Gegenfinanzierung gibt es nicht.

173 Wertungen (4.15 ø)

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64 Kommentare:

Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Der eine oder andere scheint zu vergessen das wir hier von einem normalen Arbeitsalltag mit regulärer zwischenmenschlicher Kommunikation reden. Wer seine Emotionen und vor allem Aggressionen nicht im Griff hat gehört zum Psychologen oder Psychiater und wenn die gesetzlich gezogene Grenze überschritten wird zum Staatsanwalt. Aber ganz sicher nicht in eine Arztpraxis oder eine Notfallambulanz oder in den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Man sieht ja in dieser Diskussion wie viele Psychopathen mit Minderwertigkeitskomplexen gegenüber Akademikern und qualifiziertem Hilfspersonal sich alleine in dieser Diskussionsrunde tummeln und versuchen Fehlverhalten auf der einen oder anderen Seite als Rechtfertigung für Straftaten zu benützen. Ja klar hat sicher der arme Mensch der die Ärztin erschossen hat bestimmt eine schwere Kindheit gehabt. Vermutlich hat der größere Bruder immer den Schnuller geklaut. Es ist doch wohl eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn mir ein Arzt oder Pfleger oder Krankengymnast nicht passt gehe ich halt wo anders hin. In der Notfallsituation sollte Patient vielleicht seine Ansprüche etwas herunterschrauben. Gewalt und Pöbeleien gehen gar nicht. Gar nie und unter keinen Umständen.

#64 |
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Gast1
Gast1

Richtig so, Fehler müssen hart bestraft werden und den Fehlerverursachern mit Aggression vorgehalten werden. Das hat schon in der Geschichte immer hervorragend geklappt.

Wer meint er würde stehts korrekt arbeiten ist scheinbar einfach nicht in der Lage sich selbst zu reflektieren. Jeder macht Fehler – der eine vlt. dem dem schlampig ausgefülltem Rezept (zu dem er scheinbar gedrängt wurde), der andere eben bei anderen Dingen.

Man kann und man muss es auch garnicht immer allen Recht machen, weil Menschen nunmal verschieden sind. Der eine regt sich eben auf wenn sein Rezept schlampig ausgefüllt ist, der nächste vlt schon weil der Arzt ihm nicht die Hand zur Begrüßung gereicht hat, der Nächste vlt. schon wieder weil der Arzt ihm die Hand gereicht hat (bei ausgerägter Angst vor Infektionskrankheiten).

Aufregen wird sich im Kontakt zwischen Menschen immer Irgendwer, dass ist aber kein Grund auch nur ansatzweise körperlich ausfallend zu werden. Wenn man sich falsch behandelt fühlt, dann soll man notfalls klagen. Da haben alle Seiten mehr von.

Aber wir alle wissen ja: Empathie hat Jeder – zumindest im Vorstellungsgespräch.
Abseits davon dann allerdings schon wieder nur ein Bruchteil. Empathie heißt nicht sich nur in die Leute zu versetzen die man mag, sondern eben in möglichst Jeden

#63 |
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Michael Riediger
Michael Riediger

Ich sehe allerdings auch mehr und mehr Fehlverhalten bei ärztlichen Kollegen, das zu Konfliktsituationen führen kann! Und dies nicht nur den “normalen” Patienten, sondern auch ärztlichen Kollegen wie mir gegenüber. Ich habe gerade erst am eigenen Leibe erleben müssen, wie ein verärgerter Assistenzarzt mir als Patienten einen Entlassungsbrief mitgab, in dem durch falsche Angaben und Weglassen von wesentlichen informationen der Eindruck erweckt wird, ich hätte mich nach nur wenigen Stunden in lebensbedrohtem Zustand selbst entlassen. Es stimmt zwar, dass ich mich 24 Stunden nach Aufnahme wegen einer hypertensiven Entgleisung selber entlies, aber in diesen 24 Stunden hatte ich keinen BD über 160/100 mmHg, so dass keine akute Gefährdung mehr vorlag und somit auch keine (teure) stationäre Behandlung mehr indiziert war. Eine blutdrucksenkende Therapie, die über die von mir bereits zuhause eingeleitete Therapie mit Ramipril und HCT hinausging, erfolgte ebenfalls nicht. Und die geplanten Untersuchungen (Echo, LZ-BD-Messung) können auch problemlos ambulant erfolgen und bleiben für den Moment sowieso ohne jegliche therapeutische Konsequenz. Hinzu kommt, dass dieser “Kollege” mir nur sehr unwillig auf meinen ausdrücklichen Wunsch ein Privatrezept für die eingenommene antihypertensive Medikation ausschrieb, welches zudem kaum lesbar war und soviele formale Fehler enthielt, dass es von meiner Apotheke nicht akzeptiert wurde (nota bene). Ich bin nun massiv angepisst über das Verhalten des Kollegen, welches mir schadet und mich in ein schlechtes Licht rückt. Ganz nebenbei: Ich bin für dieses Haus, in dem mir das ganze passierte, auch noch zuweisender Arzt. Dass manche Menschen bei so einem ärztlichen Verhalten aggressiv werden, kann ich verstehen, denn auch ich habe gerade ein großes Bedürfnis, gegenüber diesem “Kollegen” einmal richtig vom Leder zu ziehen.

#62 |
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@60
Überbevölkerung? Ich halte viel eher die inflationäre Reizüberflutung für (teil-)ursächlich. Verstärkend kommt hinzu, dass unser Gehirn mit einer sich ständig beschleunigenden und verändernden Welt nicht Schritt halten zu können scheint. Und wo Anspruchsdenken nach Kräften befördert wird, können überzogene Frustreaktionen nicht ausbleiben. Es wundert mich nicht, dass Klöster wieder mehr Zulauf erhalten.

#61 |
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Gast
Gast

@ Dr. med. Martin Lorenz vom 31. August. Das unterschreibe ich ungesehen. Ich bin keine Ärztin, daher war mir nicht bekannt, dass Pat. wegen lächerlicher Lappalien in die Notaufnahme gehen und dem med. Personal mit Nichtigkeiten den Arbeitstag versüßen und den wirklichen Notfällen das Wasser abgraben. Ich vermute, dass unser Land überbevölkert ist, und Enge erzeugt Aggression. Die Zeiten haben sich gewandelt: Höflichkeit ist nicht mehr “in”, und die Menschheit hat eine widerwärtige Anspruchshaltung entwickelt. Und geistige Tiefflieger sind oft geschickt mit den Fäusten, aber auch das normale Volk eskaliert schneller.

#60 |
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Gast
Gast

Wenn ich mir hier die teilw. gestelzte, rein intellektuelle Vielredner-Sprache im erkennbaren Bemühen, sich abzuheben und als etwas ganz Besonderes durchzugehen, anschaue, relatavieren sich Interesse an Sachbeiträgen und Forum überhaupt und es ensteht Sehnsucht nach dem EQ bzw. einer Balance..

#59 |
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Amanda Cymbal
Amanda Cymbal

Kein Wunder… wenn Menschen mit Oberschenkelhalsbruch nicht behandelt weden…

#58 |
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Gast
Gast

Streit und Prügel am Stammtisch ist doch nichts besonderes. Es treten die logischen (und anerkannten alkoholischen!) Konsequenzen ein, wenn sich Patienten und medizinisches Personal auseinandersetzen, beide fuselalkoholisiert – als zwangsläufiges Resultat der systematischen Verursachung des Antabuse-Effekts unter den Augen der Medizin.
Es wird sich noch ausweiten, so fuselalkoholisierende Expositionen nicht vermieden werden.

#57 |
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Jean-Jacques Sarton
Jean-Jacques Sarton

Ich habe eine kleine Bemerkung zu der NEXT-Studie. Eine Frage zur Aggressivität und Unfreundlichkeit wurde gestellt. Ob ein Mensch als aggressiv oder unfreundlich empfunden wird kann unterschiedlich interpretiert werden. Wenn die Äußerung “Sie sind inkompetent” auftritt, kann der einen es als unfreundlich der andere als aggressiv empfinden, wobei eine genauere Betrachtung auf Aggressivität deutet. Alltägliche Wörter wie “aufwiedersehen” können, Kontextabhängig vom Patient oder Angehörigen falsch interpretiert werden, dies klingt sicherlich eigenartig aber im Kontext ein Schwer- oder Chronisch-Erkrankten kann das Wort plötzlich eine Bedeutung erlangen und dies Floskel wirkt ungut. Eine Antwort darauf könnte sein “hoffentlich nicht”, dies kann wiederum als unfreundlich empfunden werden.
Von Körperliche Gewalt konnte ich in besagte Studie nicht finden. Aggressivität kann verbal und non-verbal auftreten. Die Institutionen bei den ein höheren Anzahl aggressive oder unfreundliche Patienten offenbar vertreten sind sind die Psychiatrie
sowie Alten- und Pflegeheime. Dies ich nicht verwunderlich.

#56 |
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Axel Fingerhut
Axel Fingerhut

#19 “sondern muß viel, viel tiefer liegen” Zustimmung – aber wer ist “Ein bekannter Mann”???
#9 “KUNDE” Tja, wer hat denn diesen – euphemistischen – Begriff eingeführt?
#24 “zuviel Verständnis für die Gewalttäter” – Darum sollte es nicht gegen. Zielführend wäre – über die Betrachtung des Symptoms – hier: Gewalt hinaus – die Analyse der zu Grunde liegenden gesellschaftlichen Entwicklung (ich schlag mal als Einstiegsbegriffe vor: Beliebigkeit, ständige sofortige Verfügbarkeit, Haben wollen statt Sein wollen (warum wohl?) vor –
und mir fällt das wieder einmal ein, wie fürchterlich der Spontispruch der 70er “Wir wollen Alles und das sofort” pervertiert wurde. Und nebenher gesagt(das muss ich einfach loswerden): die Oberpervertierer sitzen beim Burning Man in den Ehrenlogen.

#55 |
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Dipl.-Ing Peter Geisler
Dipl.-Ing Peter Geisler

Hallo – insbesonders Herrn Hörold ein großes Dankeschön für seinen Satz ” Ich glaube schon längst nicht mehr alles, was ich denke” – Weisheit ist erforderlich, nicht noch mehr Wissen. Denn dieses Wissen scheint allenthalben die Menschen, in diesem Fall die mit dem ‘hohen Sozialstatus’ immer dümmer zu machen, weil sie den Kontakt zum normalen Menschen verlieren. Ich wünschte, es gebe mehr von Ihnen, Herr Doktor Hörold. Alles Gute für Sie und alle, die genau so denken und denen, die es noch nötiger haben, weil sie so fürchterlich ‘abgehoben’ sind. Gott schütze uns.

#54 |
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Vielleicht hat der Herr Professor nur beklagen wollen, dass die Medien lieber über den Klimawandel berichten als über die humanitäre Krise in der Medizin?

#53 |
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#8: “Selbstverteidigung” als Lösung der humanitären Krise in der Medizin, d.h. des Personalmangels, der fehlenden Zeit, der Gewinnmaximierung, der ungenügenden Ausbildung von Medizinern und Krankenpflegepersonal??? Und wo hat der Herr Professor gelernt, daß eine abstruse Themenvermischung (“Klimawandel” zur sachlichen Klärung von Problemen beiträgt?

#52 |
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Frank Ullrich
Frank Ullrich

Das Grundproblem ist überhaupt das unser Gesundheitswesen ein Gewinn- und Umsatzorientierter Industriezweig ist. Hier steht nicht der Mensch an erster Stelle sondern die Frage wieviel muss ich verdienen damit ich profitalbel arbeiten kann und wieviel Zeit und Arbeitsaufwand kann ich pro Patient aufwenden. Das ist erstmal ein grundlegend falscher Ansatz wenn man das Ziel hat den Menschen zu heilen. Umgekehrt müsste es sein, erst der Mensch dann der Blick auf das Geld und die Zeit. Wobei ich ohnehin skeptisch bin das dauerhafte Heilung überhaupt erwünscht ist, denn das was im Medizinstudium vermittelt wird dient meiner Meinung nach nicht dazu einen Menschen ursächlich gesund zu machen sonder eher seine Beschwerden zu therapieren und seine Lebensqualität zu verbessern was durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten oder regelmäßige manuelle Therapien versucht wird zu erreichen.
Ich denke einige Menschen hinterfragen heutzutage mehr als früher die Strukturen unseres Gesundheitswesen, werden bewusster, beginnen mehr Verantwortung für sich und die eigene Gesundheit zu übernehmen, denken mit und hinterfragen unter Umständen auch die Entscheidung von Medizinern. Das kann natürlich zu Spannungen und Auseindersetzungen mit dem ärtzlichen Personal führen, denn nicht jeder Arzt ist bereit auf Augenhöhe mit dem Patienten zu sprechen, geschweige denn konstruktive Kritik anzunehmen.

Letztendlich zahlt die Menschen monatlichen einen stattlichen Betrag an die Krankenkasse und bekommen dann vorgeschrieben welche Behandlungen sie nehmen sollen. Informiert sich der Mensch und wählt eine alternative naturheilkundliche Behandlung muss er diese meist selbst zahlen und ist natürlich verständlicherweise verärgert.
Ich halte eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens für notwendig – weg vom marktwirtschaftlichen Gewinnstreben.
Sicherheitsdienste zur Gewaltprävention und Fortbildungen zu Deeskalationsstrategien sind sicher hilfreich – sind jedoch auch nur ein herumdoktern an den Symtomen ohne an den strukturellen Ursachen anzzusetzen die zu Unmut und Gewalt bei Patienten führt.

#51 |
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Das ist doch nicht neu!
In Klinik und Praxis ist mir dieses Problem bekannt.
Wenn es dem bestimmten Patienten nicht recht gemacht wird, muss sich unser Personal mit ungeheuerlichen Angriffen auseinander setzen.

#50 |
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Medizinjournalist

Ja wer hat denn die Leute alle so konditioniert, dass sie wegen jedem Scheiß zum Arzt gehen und in ihrer massenhafter Massigkeit da herumsitzen? Wenn Patienten stattdessen die vielen Wartestunden für Sport nutzen würden, würde sich das ganze System entspannen können – oder nicht?

#49 |
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Arzt

#45,

Textverständnis ist nicht Ihr Ding, oder?

#48 |
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@34
Aber die Wortwahl lässt tief blicken…

#47 |
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Sorry für den abgeschnittenen Satz: also: für eine Beschwerde gegen mich von #44.

#46 |
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@ Nr. 44: Habe eigentlich selten einen größeren Schwachsinn gelesen. Meine Mitgliedds-Nr. bei der KV RLP ist übrigens: 010913 für eine . Beziehe mich dabei auf meine gemachten Äußerungen – Verkennung von echten und durch Erwartungshaltung eingestufen subjektiven Notfallsituationen. Wer als 60-jähriger ein plötzlich einschießendes Engegefühl mit Vernichtungsschmerzen verspürt, hat ein anderes Selbsterleben als ein 30-jähriger, der gegen 21 anfängt zu hüsteln. Das ist evolutionär begründet und bedarf keiner Pschyco-Begründung.

@ 43: Volle Zustimmung. Das beste ist ja wohl noch die “Nazi-Nummer”. Wenn ich also in Zukunft jeden Arzt als Nazi beschimpfen darf, den ich mit einem querliegenden Furz mitten in der Nacht erfreue, dann gute Nacht, Deutschland.
Soll sich keiner wundern, wenn in Zukunft normal denkende Menschen eine Ausbildungsstelle bekommen als verweichlichte originär deutschstämmige Staatangehörige, die bei jedem Wind im A. zwei Wochen krank sind.

#45 |
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Arzt

Den Verfechtern der teils höchst albernen, im Kern jedoch inhumanen, Exkulpierungsgründe alá “eigentlich ist das medizinische Versorgungssystem bzw. deren Akteure verantwortlich”, muss man mal klipp und klar sagen, dass Aggressionen gegen andere Menschen ein absolutes No Go sind.

Gleichwohl ist es wichtig, einen differenzierten Blick walten zu lassen. Menschen, welche sich aufgrund einer organisch oder nichtorganisch bedingten Realitätsverkennung in einer subjektiv erlebten Notwehrsituation befinden, handeln ohne oder mit verminderter Schuld. Hier ist Behandlung bzw. Pflege in einer möglichst entspannten Atmosphäre angezeigt.

Alle anderen sind ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

#44 |
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Vielen Dank für den Text und die vielen Kollegenberichte. Als Tierarzt kennt man das ja auch; allerdings dachte ich, dass sich die Kunden bei uns vor allem so aufführen, weil noch mehr der Dienstleistungsgedanke eine Rolle spielt, da ja im Normalfall alles vom Besitzer bezahlt werden muss. Aber offenbar erstrecken sich diese Probleme durch alle Sparten. Ich habe auch den Eindruck, dass sich vor allem eine immense Erwartungshaltung breit gemacht hat; so dass besonders häufig ein aggressiver Tonfall angeschlagen wird, wenn entweder die Wartezeit gefühlt zu lange ist (ich rede nicht von Stunden, sondern von 20-25 Minuten am Wochenende im Klinik-Notdienst … ja, da kann man schon mal ausflippen….?!), oder gewünschte Medikamente oder Rezepte nicht ausgehändigt werden (besonders gerne werden “mal schnell” bei der Helferin am Empfang verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Untersuchung gewünscht…..).

Unfassbar, wie schnell hier Rechtfertigungen für aggressives und/oder gar handgreifliches Ausflippen ausgepackt werden. Da bekommt man doch den Eindruck, hier schreibt mehr als ein schwarzes Schäfchen, das sich bislang in der Beziehung eher nicht mit Ruhm bekleckert hat.
M.E. ist ein solches Verhalten einfach unter gar keinen Umständen “klein zu reden”. Ich möchte mich, egal ob im Notdienst, oder zu regulären Sprechzeiten, nicht anbrüllen oder gar angreifen lassen müssen, weil ich
– einfach nur so schnell es eben geht arbeiten kann, und nicht schneller
– an das Arzneimittelgesetz gebunden bin
– oder einfach freundlich nach dem Namen des Anrufers gefragt habe, weil ich leider, mea culpa , nicht jeden einzelnen der über 40’000 Kunden an ihrer Stimme erkenne,
– oder aus was auch immer für Gründen (wie hier ja schon angeführt; weil jemand schon im Vorhinein Aggressionen aufgebaut hatte ?? Ach, wie nett….)
Ich bin schockiert davon, wie hier reihenweise erwachsene Menschen, sofort versuchen, sich Rechtfertigungen für aggressives Handeln herbeizureden.
Da “erstaunt” dann der Kommentar #6 wirklich nur noch eine kleine Nuance mehr…. Eigentlich ja absehbar, dass sich die “Ich-bin-ja-kein-Nazi,aber…”- Fraktion auch noch zu Wort melden muss. Also, ich bin in meiner bisherigen Kliniklaufbahn nur von Deutschen angepöbelt worden…..falls das nun zu Ihrer Statistik beiträgt….?! Na, dann mal gute Nacht :-/….

#43 |
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Zahnärztin

Muß man eigentlich ALLES verstehen(wollen)?! Die schlichte Wahrheit ist:Jemand, der sich schlecht benimmt, benimmt sich schlecht. Und warum im medizinischen Sektor der Ansatzpunkt und die Lösung beim Opfer und nicht beim Täter gesehen werden soll, erschließt sich mir nicht. Jemand, der im Taxi, der Bäckerei oder der Kneipe herumpöbelt, fliegt raus.
Ich habe auch schon Patienten gebeten, dorthin zu gehen, wo sie sich besser aufgehoben fühlen. Schließlich besteht ein Vertrauensverhältnis von beiden Seiten und mein Vertrauen ist nachhaltig gestört, wenn ich angeschrien werde, weil dem Patienten die Wartezeit zu lang erscheint.
Vermutlich liegen derartigen Vorkommnissen zwei Dinge zugrunde: Eine zunehmende ” Ego- Fixiertheit” vieler Leute, die kategorisch ausschließt, daß es auch mal etwas Wichtigeres als sie selbst geben könnte( Notfälle, Personal-,und Zeitknappheit,….) und die Annahme, daß man mit seinen Krankenkassenbeiträgen eine Art medizinische ” Flatrate” erworben hat:” Wir gehen immer nachts zum Notdienst- da kommt man schnell dran.”

#42 |
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Jean-Jacques Sarton
Jean-Jacques Sarton

#36
ich musste als Angehörigen bei einen Gespräch mit ein Arzt selbst zu deeskalierende Maßnahme greifen. Der Arzt war auf eine Feststellung “Studie XYZ besagt …” sehr verärgert, die eigentliche Frage konnte nicht mehr gestellt werden. Bei Gespräche die sonst normal verlaufen können auch seitens des Arztes Bemerkungen vorgenommen werden die nicht gerade gut aufgenommen werden.
Was erwartet der Patient ? es ist ganz klar er ist die wichtigste Person weit und breit. Die Ärzte und Pflege Kräfte stehen ihn zur alleinige Verfügung. Auch wenn bewusst ist, dass es nicht so sein kann sind die Erwartungen dem noch sehr groß.
Es mag sein, dass manche Patienten gerne die Behandlung die den Hund der Nachbarin gut getan hat auch unterzogen werden möchten. Motor solche Wünsche ist eine Hoffnung die zu illusionäre Vorstellungen führt.
Andererseits sind manche Götter im Weiß alles anderes als gut ausgebildet. Der Mediziner sollte in manche Fälle Demut zeigen und bei unbequeme Fragen seitens des Patient die richtige Antworte parat haben. Dies ist mit Sicherheit nicht leicht, genügend Zeit ist ohnehin nicht vorhanden aber in viele Fälle erreichbar. Empathie ist nicht jeder gegönnt, Empathie kann aber leicht simuliert werden. Wenn der Patient der Eindruck gewinnt, dass er als wichtig genommen wird, kann einiges leichter vermittelt werden.

#41 |
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Gastin
Gastin

“70 Prozent der Pflegefachkräfte von Psychiatrien sowie Alten- und Pflegeheimen”
Diese Patienten, bzw. Bewohner sind nicht freiwillig da,wo sie sind. Und der Umgang mit ihnen ist meist würdelos und oft voller Gewalt. Und wer nicht spurt, wird fixiert, meist chemisch. Wer kann, versucht sich noch zu `retten`und wenn es mit Gewalt ist. Das ist menschlich.
Wenn das Pflegepersonal, sofern überhaupt ausgebildet, ab und an mal an die Bedürfnisse der Patienten denkt, nicht vergisst, das die Menschen krank /alt sind,der kommt auch mit schwierigen Charaktern klar.
Und Ärzte, die ihre Macht demonstrieren, und das tun sie oft durch ihre Überheblichkeit,sollten sich nicht wundern, wenn Patienten mal laut werden, besonders, wenn sie Schmerzen haben/sich nicht ernst genommen fühlen….

#40 |
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@ #36: Kann ich uneingeschränkt unterschreiben! Das Ganze wird sich mit dem (schon das Wort ist eine Hydra) Versorgungsstärkungsgesetz noch verschlimmern.
Die Erwartungshaltung überbordet. Patienten wollen mit Husten und Schnupfen zum Internisten oder kommen nachts um 12 mit einem “Pickel am Sack” (nachdem sie sich zufällig da gekratzt haben) – man verzeihe mir meine deftige Ausdrucksweise, aber alles schon erlebt, in die Notaufnahme des Krankenhauses. Da fragt man sich wirklich: wieviel Komfort darf es für den Kassensatz noch sein? Was haben wir früher gemacht mit Halsschmerzen bei einbrechender Nacht? Eine heiße Milch mit Honig, Salbei-Bonbons, bei Husten ein Kamilledampfbad, bei Fieber gabs Wadenwickel. Meine Eltern hätten sich geschämt, mit mir wegen einer solchen Lappalie zum Notdienst zu gehen. Heute geht man mit so einem Sch… zum KV-Bereitschaftsdienst nachts um 10, obwohl morgens um 8 der HA wieder aufmacht.

#39 |
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Dr. Karin Rüttgers
Dr. Karin Rüttgers

#9
Wenn Sie “nicht alle Patienten über einen Kamm scheren wollen”, warum tun sie es dann?
KR

#38 |
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Dr. Karin Rüttgers
Dr. Karin Rüttgers

#7
Können Sie mir bitte erklären, warum Sie gerade in dieser Zeit einen solch erratischen Kommentar hier posten und was Sie damit bezwecken ??
KR

#37 |
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Gast1
Gast1

Tut mir leid, aber viele der Kommentierenden scheinen auf irgendwelchen ruhigen Stationen ein gemütliches Leben zu haben.
Gegenseitiger Respekt und Wertchätzung funktioniert nur wenn beide Parteien dies tun. Klar gibt es Mediziner / Pfelgekräfte die in ihrem Job vollkommen fehl am Platz sind und solches Verhalten provozieren; aber auch die noch so empathischten Menschen werden angepöbelt – da nützt es dann auch nichts mehr wenn ich mit so tollen Schlagworten wie “gegenseitiger Respekt, Empathie, an gemeinsamen Lösungen arbeiten…” argumentiere wenn mein Gegenüber da steht und mich als Vollidioten beschimpft weil die komplette Behandlung nicht exakt nach seinen Vorstellungen abläuft. Da kann ich höchstens noch deeskalierend wirken dass es nicht komplett ausartet, das gepöbele und die Aggressionen werde ich aber so nicht in den Griff bekommen.

Es ist ja nicht so, als käme die Aggression immer erst im Gespräch zu stande (das könnte man ja notfalls verstehen); die Aggressionen sind bei vielen Patienten schon vor dem ersten Dialog vorhanden – da nützt mir Metakommunikation dann nurnoch bedingt. Viele Patienten kommen heute mit einer genauen Vorstellung (Ich habe dies/das und möchte dafür genau diese/Jene Untersuchung und MEdikament XY) – wird diese Erwartung nicht (möglichst sofort ohne Wartezeit) erfüllt, so kochen die Emotionen oft über.
Immerhin hat man ja mal von Freund XY und Verwandten YZ gehört, dass dieser genau dies und das schonmal bekommen hat. Und überhaupt ist die eigene Krankheit immer die absolut Handlungsbedürftigste, das müssen die Ärzte doch sehen….

Wenn es ja nur die Patienten wären. Wie oft wird man von Angehörigen, die man niemals vorher gesehen hat angepöbelt? “Warum wurde bei meinem Angehörigen noch nicht Untersuchung XY gemacht”; “Wieso sagt einem denn hier Niemand was” (Soll ich Jedem Angehörigen von Jedem Patienten täglich über alles Auskunft geben???; Das ist ne Matheaufgabe 5-10 Minuten mal X-Patienten/Tag; Ich kann dieses Bedürfnis verstehen, aber da ist nunmal oft einfach keine Zeit vorhanden.).
Ich habe absolut kein Problem wenn Angehörige freundlich anfragen. Oft bekommen sie dann auch direkt Auskunft, oft muss man sie aber eben vertrösten. Aber bei gefühlt 20% ist erstmal primär eine eher aggressive Stimmung zu spüren. Und die Angehörigen wollen extrem oft sofort einen Arzt sprechen oder bringen maximal eine halbe Stunde mit ohne jegliche Vorankündigung. Was erwarten viele Menschen eigtl. von Ärzten? Was denken die wieviele Patienten ein Arzt in einer Klinik betreut? 5?

#36 |
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Es ist fraglos völlig inakzeptabel was da eine kleine Minderheit! in unserem Land mit den Medizinern und dem Pflegepersonal macht, gar keine Frage. Nur, leider, diesem Plebs ist man überall ausgesetzt. Es ist dann aber wohl (auch) der Ton der die Musik macht -und das System-. Ich bin seit Jahren ehrenamtlich für Hunderte von teils Schwerkranken aktiv und was ich da zu hören bekomme ist schlicht bodenlos. Diese unglaubliche Arroganz, mit der uns Patienten in der Mehrzahl der Fälle! begegnet wird, macht sprachlos und irgendwann aus der Ohnmacht heraus auch wütend gegen diese Überlegenheitshaltung -für den der das überhaupt noch kann in seinem Zustand-. Wer soziale Kompetenz schon daheim nicht gelernt hat und auch keine Empathie mitbringt sollte lieber Klempner werden. Als Akademiker kann ich nur sagen dass ich mich hier für meinesgleichen schämen muß. Überlastung ist kein Persilschein für Launigkeit, Überheblichkeit und Mißachtung der Würde eines dazu noch kranken und hilfesuchenden Menschen. Wer das nicht aushält der soll eben Amtsarzt oder sonstwas werden. Wir haben Patienten die inzwischen Bücher schreiben über das was ihnen widerfuhr in jahrelangem Dauerzustand von Demütigung, Abweisung, Ignoranz und Inkompetenz die dann oft durch Arroganz
kaschiert wird. Das ist Medizin heute, das ist Fakt im Patientenalltag. Von daher sollten sich manche Halbgötter von Unis Gnaden nicht auf den Lorbeeren ihres inzwischen zu Unrecht hohen Sozialprestiges ausruhen. Und wenn ich unten dann lesen muß wie eine Ärztin schreibt dass sie keine Benzo- und BTM-Abhängigen mehr behandele und “seitdem Ruhe sei” bleibt mir die Spucke weg. Wo kämen wir denn hin wenn man sich jetzt dann die Kranken raussucht die einem gerade genehm sind! Arzt oder Klempner, das ist hier die Frage. Die Mehrheit macht ihrer Alma Mater damit keine Ehre.

#35 |
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Gast
Gast

@ Dr. Wegener:

Tatsachen zu benennen hat mit Rassismus nicht das Geringste zu tun.

Es ist eine Form von Verlogenheit und persönlicher Verblödung, wenn man Dinge nicht mehr beim Namen nennt oder meint, sich dem angeblich politisch korrekten Mainstreamgeseiere anschließen zu müssen.

#34 |
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Nichtmedizinische Berufe

Arzt Patienten Kommunikation ist immens wichtig. Beide Parteien können Fehler begehen. Der “Spezialist” ist der Arzt und sollte dafür sorgen können, dass es nicht zur Eskalation kommt. Der Patient oder seine Angehörigen haben hohen Ansprüche, sind möglicherweise verunsichert, manche reagieren in eine unangemessene Art un Weise, dies ist nicht zu entschuldigen. Auf der andere Seite kann der Arzt auch brutal sein, nicht physisch aber verbal. Dies habe ich selbst erlebt und von andere erfahren. Manche Ärzte verkraften es nicht wenn ein aufgeklärten Mensch Bedenken äussert, man hat schließlich lange genug studiert. Anstelle auf der Frage und der damit verbundene Unsicherheit gezielt einzugehen können unangebrachte Verhaltensweise seutens des Arztes vorkommen.
Wenn die Arzt Patienten Kommunikation gestört ist muss immer mit Exzessen gerechnet werden. Derjenige der dies entgegen steuern sollte ist primär der Arzt.
Natürlich spielt die knappe zur Verfügung stehende Zeit eine große Rolle. Wie jemanden es auch vermerkt hat ist der Arzt auch ein Mensch mit Fehlern.
Gegenseitigen Respekt sollte vorhanden sein, dies ist leider nicht immer auf beide Seite gegeben, so ist der Mensch.

#33 |
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Wir haben halt immer mehr Mangel in unserer Gesellschaft (Geld, Personal, Zeit, Gesundheit, Ressourcen) im Vergleich zu früher. Wobei der Mangel nicht die Ursache für Gewalt ist, sondern die Art und Weise, wie wir darüber denken. Zu viele Menschen bei uns haben ein regelrechtes Mangelbewusstsein entwickelt, Leben ständig im Minus, was für nicht wenige sogar der Motor ist, um morgens aufzustehen. Teil dieses Bewusstseins ist eine chronische Bedürftigkeit und die Bereitschaft mehr oder weniger ständig auf dem Opferstandpunkt zu stehen. Wenn ich etwas nicht bekomme, dann liegt das nicht an mir, sondern immer an den Umständen und den lieben Mitmenschen. Auf dem Opferstandpunkt stehend habe ich moralisch die ultimative Berechtigung, selbst zum Täter zu werden um zum Beispiel zurückzuschlagen. Allenthalben beobachte ich, dass gerade in Bevölkerungsschichten mit geringerer Bildung die Bereitschaft immer größer wird, sich sogar eine Opfer-Identität zuzulegen. Diese Menschen sind derart identifiziert mit ihrem Denken, an dem auch starke Gefühle hängen, dass es schwer fällt, in der Kürze der Zeit zu intervenieren, wenn der „Schalter“ erst einmal umgelegt ist.
Leider ist das aber auch bei den Ärzten der Fall: ich vermeide es mittlerweile, mich mit Kollegen privat zu treffen, weil mich das resistente Gejammere und Klagen abtörnt. Auch sie scheinen sich eine Opfer-Identität zugelegt zu haben, allerdings auf “höherem Niveau”. Diesen Kollegen Kommunikationskurse aufzuerlegen wäre so ähnlich, wie wenn man ihnen beibringen wollte „positiv zu denken“ – in Fachkreisen nennt man das glaube ich auch „Scheisse lasieren”. Vor Jahren habe ich mir überlegt, wofür ich Arzt geworden bin, was meine Befähigungen sind und wie ich damit ein Gewinn für den Rest der Menschheit sein könnte. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen aus dem Ärztlichen Notdienst, den Praxisvertretungen und der Bedingungen, die mir die kassenärztliche Vereinigung anbot, habe ich mich privat niedergelassen. Mit meinen Angeboten und Tätigkeitsschwerpunkten kann ich nicht alle Menschen glücklich machen, sondern nur die, die das suchen was ich anbiete. Die Patientenzufriedenheit ist ausgesprochen gut, mir geht es gesundheitlich sehr gut und vor allem habe ich aufgehört alles zu glauben, was ich denke. Seitdem bin ich mitfühlender mit mir und meinen Patienten. Ich glaube, in dieser Zeit benötigen wir nicht noch mehr Klugheit, auch nicht bei den Ärzten. Um die anstehenden Probleme auch in der Medizin zu lösen, benötigen wir Weisheit – und die ist keine Funktion des Verstandes!

#32 |
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Naturwissenschaftler

Diese “Befragungsstudie” (was es nicht alles gibt) wäre dann in Bezug auf Mediziner relevant, wenn als Ergebnis feststände, daß Mediziner häufiger irgendeiner Gewalt ausgesetzt sind als andere Berufe.
Dazu wird nichts ausgesagt.
Ich vermute, Gewalt gegen Mediziner kommt nicht häufiger vor als bei anderen Berufen auch.
Life is dangerous …..

#31 |
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darf ich an den Mord am Heidelberger Kinderarztehepaar erinnern! Psychisch kranker Mensch als Patient. Drittgefährdung. Welche Prävention?

J. Weisser

#30 |
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Ganz so neu ist diese Situation nicht, erinnert sich niemand mehr an den Mord oder war es Totschlag an Prof. Dr.med. Erbslöh, damaliger Direktor der Neurologischen Kilink Gießen? Eine Mutter eines Patienten erschoss ihn in den 80′ Jahren auf dem Gang des Klinikums.

#29 |
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Caroline Killig
Caroline Killig

Ich finde es fragwürdig und völlig indiskutabel das Gewalt in jeglicher Form gegen Pflegekräfte und Ärzte mit welchen Argumenten auch immer gerechtfertigt werden!
Es ist nicht zu leugnen das Pat. den Personalmangel der aus diversen Sparmaßnahmen resultiert und die Zeitnot am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das dies sicherlich für das Vertrauensverhältnis zwischen Pat/Arzt oder Pat/Pflege nicht zuträglich ist erklärt sich von selbst aber trotz allem ist es bei weitem kein Grund einem anderen Menschen Gewalt anzutun!!!!!!
Dieser Kommentar macht mich fassungslos und erklärt mir die Frage, warum wir eine Pflegekraftmangel haben und viele Mediziner ins Ausland abwandern!!
Ich bin selbst Pflegekraft und sehe meine Arbeit als meine Berufung an, ich glaube von mir behaupten zu können das ich eine sehr empathische und fürsorgliche Krankenschwester bin und auch ich habe mir schon diverese zum Teil bleibende Verletzungen und Blessuren im Dienst zugezogen,sowie viele tausende Kollegen ob Ärzte oder Pflegekräfte tagtäglich diese Erfahrung leider durchleben müssen.
Nur am Rande erwähnt mit einem deliranten und aggressiven Pat. kann man keine vernünftige Basis für ein Gespräch finden!!!
Vielleicht sollten Mitbürger die solche Kommentare schreiben, mal einige Tage in einer Klinik hospitieren um einen Einblick in unseren Alltag zu bekommen oder noch erfreulicher fände ich es, wenn ein Jornalist den Mut hätte anstatt einen Bericht über den “Tropensommer” zu schreiben, sich vielleicht dieser Problematik anzunehmen um der Außenwelt und vor allem unseren Volksvertretern die Augen zu öffnen; bevor unsere Gesundheitssystem völlig kollabiert und Wiederbelebt werden muss!

#28 |
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Heilpraktikerin

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“
Albert Einstein

Ist es nicht interessant, daß der “sich duldende”(Patient) zum ungeduldigen, wütenden Angreifer wird? Meines erachtens reagiert hier das schwächste Glied in der Kette.
Pflegepersonal, Ärzte sind doch schon so lange höchstgradig entnervt, frustiert, überfordert, wütend, hilflos und ohnmächtig ob der Arbeitsverhältnisse.
Es gilt umzudenken, Abstand zu gewinnen und sich ehrlich auch zu fragen:
Was erwarte ich vom Patienten, was erwarte ich von mir?
Welche Werte bestimmen mein Handeln, wie baue ich Beziehung auf? Mein Fazit und eigene Haltung ist: Alle Menschen, die mit Menschen arbeiten, brauchen nicht nur theoretische Kenntnisse von Kommunikation sondern auch fortwährende Eigenreflektion, Supervision und bei Bedarf Therapie. Es gilt m.E. wieder die Eigenverantwortung auf allen Seiten zu stärken, um sich nachhaltig aus der Fremdbestimmung zu lösen: Weder Täter noch Opfer sein!

Anbei eine Zusammenstellung nach Hartemeyer et al. 1998, 78 ff
Kernfähigkeiten im Dialog: (Hier ist auch der Dialog nicht nur mit anderen, sondern auch mit mir selbst gemeint!)
1. Die Haltung eines/einer Lernenden verkörpern
2. Radikalen Respekt (Nicht nur akzeptieren, wie mein Gegenüber ist, sondern auch der Versuch, die Welt mit den Augen meines Gegenübers zu sehen)
3. Offenheit (d.h. die Bereitsschaft, sich von den eigenen Überzeugungen zu lösen)
4. Sprich von Herzen… und fasse Dich kurz! (Das zu sagen, was mir eigentlich wichtig ist, sich selbst zeigen)
5. Zuhören!!!! (Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis und zur Verständigung)
6. Verlangsamung (Zeit nehmen, zum Nachsinnen, Nachspüren, Verstehen)
7. Annahmen und Bewertungen suspendieren (Wahrnehmen, Interpretieren und Bewerten zurückstellen, um einen Raum des Verstehens zu öffnen)
8. Produktives Plädieren (Die eigene Denkweise offen legen und andere daran teilhaben lassen)
9. Eine erkundende Haltung einüben (Nicht wissen, sondern etwas erfahren wollen, d.h. dem anderen echtes Interesse zeigen
10. Den Beobachter beobachten (Durch Verlangsamung und ehrliches Beobachten die Bedeutung des Gedachten aufspüren)

#27 |
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Heilpraktikerin

In einem mir bekannten Fall wurde ein Patient, der meinte er hätte eine Arteriitis (er war med. informiert und die Symptome und Laborwerte u.a.m. haben auch gepasst) keine Behandlung bekommen. Cortisol hat sofort angeschlagen als er es endlich kriegte. Man sagte ihm, wenn er Cort. schon nimmt kann man das sowieso nicht mehr feststellen, und man gibt das Cort. auch immer nach der Untersuchung.
In einem neurologischen Rundbrief der Ärztekammer BW steht aber was anderes, und die Leitlinie ist seit (ich glaube, 2002?) aktualisiert. Der Fall war 2012.
Die Zellveränderung kann man noch einige Wochen nach Cort. feststellen und eine Verzögerung der Behandlung ist lebensgefährlich, Arteriitis temp. ist grundsätzlich ein Notfall. Der Patient wurde als Simulant rausgeschmissen. Einer Dame, die wahrscheinlich auch eine hatte, hat man Gaba gegeben, aber immerhin wurde sie zur Biopsie geschickt…
Man sollte doch den Patienten auch etwas zutrauen und in diesem Fall hätte der Kollege vielleicht auch einmal googeln sollen.

Das rechtfertigt auf keinen Fall Gewalt, aber solche Fälle sind sicher auch Gründe für den einen oder anderen Übergriff.

#26 |
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Gast
Gast

Klar dürfte sein, daß einer der nächsten Artikel ” Der pöbelnde Arzt ” heißen sollte, ja wegen der Balance müßte. Denn da liegt ganz schwer auch etwas im Argen, wenn man einbezieht, daß pöbeln sehr unterschiedlich daher kommt und es an Legaldefinition mangelt. Das heutige Thema kommt deshalb nicht vom Tisch.

#25 |
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@Tanya Mayer #20: Ich stimme Ihnen völlig zu. Sowohl im Artikel als auch in verschiedenen Kommentaren wird für mein Empfinden viel zuviel Verständnis für die Gewalttäter aufgebracht. All die genannten, für jeden Patienten sicher sehr ärgerlichen Unzulänglichkeiten im Gesundheitswesen rechtfertigen keinerlei Gewalttaten oder andere Anfeindungen. Wenn wir beginnen, solche Rechtfertigungen zu akzeptieren und auch nur das kleinste bisschen Verständnis für Gewaltexzesse aufbringen, ob gegen Ärzte, Pflegepersonal oder wie Herr Füller (#19) sehr richtig anmerkt, im alltäglichen Miteinander, dann endet das irgendwann im Gewaltchaos. Leider ist die reale Entwicklung besorgniserregend – und die Täter werden immer jünger (Brutalität schon unter Grundschülern!)

#24 |
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Dr. med Herbert Hagen
Dr. med Herbert Hagen

Danke Frau Mayer! Bei einigen der anonymen Gast/ Patientenkommentare fragt man sich ob die noch alle 5e beisammen haben. Selbst erlebt: Sorry war so: türkische Patienten bespuckt meine MFA an der Anmeldung weil Sie nicht sofort drankommt. Seit 3 Wochen Kreuzschmerzen, kein erkennbarer Notfall, hausärztlich an behandelt. Termin am übernächsten Tag angeboten. Serbischer Patient reißt Praxistüre ab weil er 15 min auf die Ausstellung einer Folge AU warten musste. Deutscher Patient, Alkoholiker, sozial schwach pöbelt mich an, wird aufbrausend und aggressiv weil ich Tacheles mit ihm geredet habe. Nach dem ich ihm einen Praxisverweis erteilt habe ist er allerdings sehr wohl in der Lage mich bei der Ärztekammer wegen eines Gesundheitsschadens wegen verweigerter Behandlung an diesem Tage anzuschwärzen und Schadenersatz zu fordern. Ich habe in allen 3 Fällen auf die eigentlich notwendige Zivilrechtliche Verfolgung verzichtet und könnte mich noch heute darüber Ärgern. Warum? Ich habe die Schuld bei mir gesucht. Nicht professionell genug abgefangen trotz Training und Rhetorikschulung und ähnliche Gedanken. STOP: auch als Arzt ist man Mensch und kann nicht jede Pöbelei schlucken und das ist gut so! Ganz klar bei groben Verstößen gegen die Grundprinzipien eines zwischenmenschlichen Verhalten: raus mit dem Täter, lebenslängliches Praxisverbot und Warnung der Kollegen im Umkreis. Das läuft inzwischen ganz gut im Kollegenkreis. Nur so wird man Hooligans Herr. Gut so das dies ganz ganz seltene Einzelfälle sind. Aber wehret den Anfängen.

#23 |
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Dr. med. MARIA BERGER
Dr. med. MARIA BERGER

Mie ist das auch mehrmals passiert !
Dann habe ich einfach alle Benzo- und BTM- abhängige zu 100 % von meiner Praxis
verbannt ,von heute auf morgen.
Es war eine sehr gute Idee – Jetzt ist es Ruhe.

#22 |
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Naturwissenschaftler

Nun ja, 91% der Mediziner geben an, schon einmal im Laufe ihres Berufslebens mit aggressiven Kunden konfrontiert worden zu sein.
Ja und ?
Wie oft, glauben Sie, werden andere Dienstleister mit derartigen Kunden konfrontiert?
Damit möchte ich Aggressivität nicht verharmlosen, aber lasst doch bitte die Kirche im Dorf!

#21 |
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Tierärztin

Ich finde das sehr bedenklich, wenn aggressives Verhalten hier in Kommentaren quasi legitimisiert, zumindest Verständnis geäußert wird, mit dem Argument “die Patienten werden von oben herab behandelt, werden gedemütigt, fühlen sich nicht ernstgenommen usw.”

Das ist doch keine Rechtfertigung! Das geht doch jedem Menschen so, dass er sich in mancher Situation nicht genügend gewürdigt oder verstanden fühlt! Darf man dann pöbeln, spucken, treten, zuschlagen?

Die Schlagzeile möchte ich lesen, wenn es der umgekehrte Fall wäre! Arzt schlägt Patienten zusammen weil der Arzt einen verdammt harten Tag oder anstrengenden Nachtdienst hatte und der Patient hat sich daneben benommen.

Beleidigungen, Anspucken, Körperverletzung sind ein Fall fürs Gericht und gehören bestraft, es sind keine akzeptablen Problemlösungsstrategien.

#20 |
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Erik Füller
Erik Füller

Meiner Meinung nach sollten wir den Teil “Ärzte” und “Patienten” in diesem Artikel kurz vergessen und uns ganz allgemein fragen: warum ist die Gesellschaft derzeit (scheinbar?) so viel gewalttätiger.
Im Straßenverkehr, beim Einkauf, in sozialen Netzwerken, überall findet sich nach meiner Wahrnehmung (die natürlich nicht durch irgendetwas untermauert ist sondern rein subjektiv) ein überaus aggressives Grundpotential.
Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit Herkunft zu tun, sondern muß viel, viel tiefer liegen.
Ein bekannter Mann der versucht hatte etwas daran zu ändern wurde übrigens ans Kreuz genagelt…

#19 |
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Heilpraktiker Stefan Graf
Heilpraktiker Stefan Graf

naja, ich bin auch schon mal von einem Arzt sehr unfreundlich und aggressiv behandelt worden. Dann wechselt man halt den Arzt. :-)

#18 |
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Dieser Artikel ist als Anregung sehr wichtig, beklagt aber leider nicht die Ursachen, sondern bleibt im sattsam Bekannten! Der/Die Patient/in wehrt sich zu Recht gegen die ärztliche Abfertigung, der Arzt ist kommunikativ/psychologisch zu schlecht ausgebildet (gibt es eigentlich noch Balintgruppen?), die Gebührenordnung kennt kaum mehr das ärztliche Gespräch, die Ärzte achten sehr darauf, dass die Kasse stimmt, die KVen stellen immer wieder fest, dass es keine unzumutbaren Wartezeiten gibt und von den Patienten wird erwartet, dass bei Notfällen selbst zu entscheiden haben, ob sie “banal” oder ernsthaft krank sind! Ich selbst bin Arzt und klage die medizinischen Institutionen sämtlich an, sie nehmen samt und sonders ihre Verantwortung nicht wahr. Leider wird es schlimmer werden!

#17 |
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Gast1
Gast1

Pardon, ich meinte #11, nicht #12.

#16 |
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Gast1
Gast1

#12. Dann müsste allerdings deutlich mehr Personal zur Verfügung stehen. So traurig es auch ist, aber würde man jeden Patienten alles erzählen lassen was er möchte und jeden Fachbegriff ganz genau erklären würde man leider überhaupt nicht mehr nach Hause kommen.
Die einen würden sich dann freuen, dass sich ihr Arzt mehr Zeit für sie nimmt…ja. Aber dadurch wären dann trotzdem nich alle glücklich, denn dann würden entsprechend im Austausch dafür noch mehr Patienten als sowieso schon sich beschweren und aggressiv werden weil sie noch länger als sowieso schon warten müssten. Jetzt kann man entweder alles so gut es geht grob abarbeiten oder man kann jeden Tag noch mehr Überstunden schieben und sich dann darauf vorbereiten schon bald selbst als Patient da zu liegen (Stressbedingte Symptome/Krankheiten).
Es gibt einfach zu wenig kapazitäten. Und viele Patienten wollen das nicht verstehen; die Arzte/Pfleger usw. sind dann die Bösen.

#15 |
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Gast
Gast

Auch Mediziner machen Fehler, oftmals irreperable. Dieses einzugestehen, fällt in der Regel dem Verursacher schwer. Wer als Patient einmal eine solche Siituationerlebt hat, entwickelt eine Grundagression gegen Ärzte, die immer wieder aufflammt, wenn man das Gefühl hat, man wird von oben herab behandelt, menschlich wie medizinisch – und dies ist leider sehr oft der Fall.

#14 |
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Alle maßgeblichen Autoritäten im Gesundheitswesen bedienen sich dieses Neusprechs: Sei es Herr Gröhe mit seinem Gesundheitsverschlechterungsgesetz, sei es die KBV: Wir arbeiten für ihr Leben gern. Seien es die Klinikleitungen: Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt. Seien es die kranken Kassen vulgo Gesundheitskasse. Was für ein Widersinn! Anstatt, dass die Wahrheit gesagt wird: Wir wollen sparen, gilt für die kranken Kassen, wir wollen Profit machen, die Kliniken. Gespart wird auch an den Eseln, welche die Arbeit machen.

#13 |
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Dr. M. Wegener
Dr. M. Wegener

Dass rassistische Einlassungen wie die von #6 nicht lange auf sich warten lassen, war abzusehen. Dabei sind erfahrungsgemäß solche Menschen, die sich und ihre vermeintlich erhabenere Herkunft so gern in den Mittelpunkt stellen, die ersten, die bei der kleinsten Gelegenheit pöbeln und beleidigen.

#12 |
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Gast
Gast

Ich würde mich mal fragen, warum die Leute laut und aggressiv werden. Würden die Ärzte den Patienten als mündigen Menschen behandeln und gemeinsam mit ihm Lösungen diskutieren und erarbeiten, anstatt sich mit ihren Kollegen hinter verschlossenen Türen zu überlegen, dass doch eh alles, was sie nicht erklären können, psychisch sein muss, dann würde so etwas vermutlich nicht passieren…

#11 |
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Franz Josef
Franz Josef

Es ist doch nicht verwunderlich, dass (wir) Pateienten so reagieren wie sie(/wir) reagieren. Wenn man hört (oder selbst erleben muss), was alles schief läuft, wo man nachfragen, erinnern muss, fordern muss, dass notwendige Dinge verordnet werden usw. Es läuft so viel schief und falsch. Und wenn man Schlamperei, Unordnung usw. kritisiert, wird man noch abgespeist, verlacht usw.. DA werden wir alle einfach irgendwann ungehalten.

#10 |
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Student der Humanmedizin

Ich bin allerdings auch der Meinung, dass sich die Ansprüche des Kunden (ach sorry, Patienten meinte ich) vervielfacht haben. Der Patient wird schließlich schon lange nicht mehr als solcher gesehen, sondern als KUNDE behandelt. Und wer ist einem Dienstleistungsunternehmen (was nun mal ein KH ja ist) der König? Und der König möchte auch fürstlich behandelt werden. Und diese Erwartung haben längst nicht mehr nur die Privaten. Diese Ansprüche gepaart mit dem Thema Personal-/Zeitmangel sorgen meiner Meinung nach für den Zündstoff, der das o.g. Feuer (Thema) (mit)entfacht!
PS: Bitte nicht falsch verstehen, ich will nicht alle Patienten (sorry, Kunden) über einen Kamm scheren, allerdings empfinde ich persönlich dieses Phänomen seit Jahren als zunehmend.

#9 |
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Prof. Dr. med. Thomas Schmidt
Prof. Dr. med. Thomas Schmidt

Die kassenärztliche Vereinigung Bayerns bietet schon Selbstverteidigungskurse für den Notdienst niedergelassener Ärzte an.
Sanitäter werden immer öfter bei Ihren Einsätzen Zielscheibe prügelnder Randalierer, ebenso die Feuerwehr.
Unsere Mainstreamjournalisten schweigen sich aus und berichten lieber über den “Klimawandel”, der an allem schuld ist.

Prof. Dr. Schmidt

#8 |
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Gast
Gast

Was hier seltsamer Weise gar nicht erwähnt wird, ist die soziale Kompetenz des
Mediziners. Es scheint Vergangenheit zu sein, dass die Eigenschaften Menschenfreundlichkeit, Empathie und Engagement zu Grundvoraussetzungen des ärztlichen Berufes gehört haben. Heute ist der Arzt genauso in die Ellenbogengesellschaft und “Machen Sie Platz, ich habe keine Zeit” Gesellschaft integriert wie alle anderen Karrieristen Denn eines ist klar: Ein Arzt von heute will Karriere machen. A.ber damit muss er sich dann auch mit seinen Ansprüchen den Kriterien dieser Gesellschaft stellen. Und die heissen: Hire and Fire. Man kann nicht in beamtenähnlichen Zuwendungs – und Abrechnungssystemen überwintern.

#7 |
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Konrad Mörser
Konrad Mörser

Gibt es Zahlen darüber, wie sich die “aggressiven” Patienten auf die verschiedenen Religionen aufteilen?
In Wuppertal und Celle beispielsweise randalierten ja muslimische Clans auf der Intensivstation, als ihnen etwas nicht gepasst hatte. Erst kürzlich ereignete sich dann ein dritter Fall (Stadt fällt mir leider gerade nicht mehr ein).

#6 |
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Heilpraktiker

Die Seite der Patienten kommt hiebei meineserachtens etwas zu kurz.
Oftmals wird die Autonomie, Selbstbestimmung und Würde des Patienten nicht ausreichend gewürdigt. – Oder aber er wird vorschnell diagnostiziert. Dabei wird wenig Rücksicht darauf genommen, wie der Patient mit der Diagnose umgehen kann oder nicht. Die Selbstbeurteilung des Patienten wird dabei übergangen, im Sinne des unmündigen Patienten.

Kuren/ Stationäre Therapien, werden vorschnell abgelehnt obwohl ein dirngender Bedarf bestehen würde. Dabei unterliegt der Patient, im Falle des Wiederspruchs des Gutachters “gutdünken” und Expertiesen behandelnder und vertrauter Ärtze werden kaum, oder gar nicht beachtet. etc. usw. usf…

Viele Patienten haben entweder, einen oftmals langen, Leidensweg hinter sich und viele Demütigungen auf sich nehmen müssen und, oder aber bringen ein problematisches Störungsbild mit, auf dieses nicht immer Rücksicht genommen wird.

Ich finde diesen Artikel wichtig und hoffe sehr das sich Experten weiterhin dieses annhemen werden.

#5 |
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Medizinjournalist

Sicherheit in den Notfallambulanzen ist ja per se gut, aber nur beispielsweise im Wartebereich der Ambulanzen. Sollte so ein Wachmann mit an mein JKrankenbett kommen oder zugegen sein bei Untersuchungen, geht dies überhaupt nicht. Da hat außer dem Arzt und dem Pflegepersonal kein anderer etwas zu suchen, schon allein wegen der Scjweigepflicht und ähnlichem. Vor einem Wachmann meine persönliche Vita und Krankengeschichte zu erzählen ist völlig inakzeptabel.

#4 |
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Der suggerierte Anspruch auf alles, sofort ist durch das bestehende Sachleistungssystem gebahnt. Kostenerstattung erzieht zu Kostenbewusstsein, Eigenverantwortung des Patienten, Transparenz bei der Rechnungsstellung und nimmt einen Großteil der Aggression. Es würde die Inanspruchnahme begrenzen.Der Patient würde wieder mehr zum Patienten statt zum Konsumenten, die Arzt Patienten Beziehung würde aus der Schublade Versorgungs- Dienstleistung verschwinden und wieder einen hohen Wert eingeräumt bekommen. Sachleistung mach aus Patienten Kunden und entpersonalisiert. So kommt es zu Einführung industrieller Normen (QM, Einschätzung der Qualität nach Industrienormen ) in den medizinischen Alltag. Man sollte die Daten von Übergriffen auf Arzt/ Personal einmal vergleichen mit Ländern wie Schweiz/ Frankreich/ Luxemburg, wo ein sensibler Umgang über Kostenerstattung gepflegt wird.

#3 |
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Eine “Friss oder Stirb-” Situation für beide Seiten, Ärzte und Pflege auf der einen und Patienten auf der anderen Seite. Mehr Personal gibt es nicht, und wem das nicht passt kann ja auswandern. Und wenn dem Patienten die Situation nicht passt, kriegt er vom Sicherheitspersonal “die Tür gezeigt”. Ein Sicherheitsmann kostet 8,50€/Std., kann outgesourced werden und kann vonheute auf morgen abgeschafft werden. Weiteres Personal ist mit Risiken und Kosten verbunden, die keiner mehr in Kauf nehmen will.
Mit der Gesundheit von Menschen in einem Maße Geld zu verdienen wie es heute läuft, in Form von Aktiengesellschaften und Großkonzernen, bei denen nicht-Mediziner vorwiegend das Sagen haben ist absolut widersinnig.

#2 |
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Gast
Gast

Sicherheitspersonal gibt es für 8,50€ die Std., bis vor kurzem noch für weit weniger

#1 |
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