Autoimmunität: Botenstoff mit Schattenseiten

25. August 2015
Teilen

Sogenannte TH17-Zellen spielen sowohl bei der Abwehr von Infektionen als auch bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen eine zentrale Rolle. Sie bilden regulatorische Eiweiße, welche Bakterien direkt töten können, aber auch bei der Entstehung autoimmuner Krankheiten helfen.

Bei einer Autoimmunerkrankung schützt das Immunsystem nicht mehr den eigenen Körper in dem es Bakterien oder Viren angreift, sondern es bekämpft fälschlicherweise körpereigene Organe und Gewebe. Dabei kann praktisch jedes Organ Ziel einer autoimmunen Erkrankung sein. Eine wesentliche Rolle bei der Entstehung, aber auch Erhaltung verschiedener Autoimmunerkrankungen spielen TH17-Zellen, welche zu den Helferzellen des Immunsystems gehören.

Das Team um Dr. Stephan Meller von der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf konnte zeigen, dass das Makromolekül IL-26, ein von den TH17-Zellen gebildetes regulatorisches Eiweiß, in der Lage ist Bakterien direkt zu töten. Neben dieser positiven Eigenschaft bindet IL-26 aber auch Erbmaterial von sterbenden Zellen oder Bakterien. Die so entstehenden Komplexe aktivieren wiederum sogenannte plasmazytoide dendritische Zellen, die zum Immunsystem gehören und im Blut zirkulieren. Sie fördern autoimmune Entzündungsprozesse, welche bei der Entstehung von autoimmunen Krankheiten, wie z.B. der Schuppenflechte, beteiligt zu sein scheinen.

Originalpublikation:

TH17 cells promote microbial killing and innate immune sensing of DNA via interleukin 26
Stephan Meller et al.; Nature Immunology Journal, doi:10.1038/ni.3211; 2015

15 Wertungen (4.87 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: